Apropos verklemmt ... der konservative Backlash, den Hongkong gerade durchleidet, droht die sieche lokale Filmindustrie endgültig über den Jordan zu schießen. Warum LETHAL NINJA ... in dem es wirklich nicht mehr zu sehen gibt als einen (!) abgeschlagenen Kopf und sonst kein Blut, keine Haut, nichts .... mit einem Kategorie III Rating (keine Jugendfreigabe) veröffentlicht wurde, lässt sich auch mit dem besten Willen nicht mehr nachvollziehen. Das heißt, es lässt sich nicht nachvollziehen, warum der Film überhaupt veröffentlicht wurde. Bereits zwei Jahre ist es her, dass Herman Yau diesen unglaublichen Scheiß heruntergekurbelt hat. Und niemand hat danach gefragt. Zu Recht: der Film ist wahrhaft beschämend für alle Beteiligten. Anfängliche Erwartungen, LETHAL NINJA könne sich überdreht und fantasievoll, blutig und sleazy in die Gefilde solcher Genrehighlights wie „Ninja Wars“ aus den Achtzigern oder doch wenigstens solcher Spätkommer wie den „Lady Ninja“-Filmen durchrocken, werden schnell vorgeführt. Man darf nicht viel erhoffen von Actionfilmen, deren Protagonisten Copy heißen, und Koksi Boksi (so wird Dr. Kikuchi von den Kantonesen ausgesprochen ) - der Oberschurke (Waise Lee) hingegen nennt sich ganz schlicht und einfach nur ... Brian. Brian hat einen Wunderstoff geklaut, mit dem er zuerst die Welt verseuchen und dann heilen kann – kostenpflichtig, versteht sich. Blöderweise steckt das Zeug in einer Schatulle, die nur der Straßenmusikant Copy aufbekommen kann. Koga und Iga, die ewig verfehdeten Ninja-Klans, kämpfen folglich, für die gute Sache und für die Sache Brians, um den völlig belämmerten Querflöter. Showdown dann auf der Baustelle eines völlig abartig designten Geschäftskomplexes – dessen Auftraggeber Yaus Machwerk wahrscheinlich mit den paar tausend Hongkong Dollars finanziert haben, die hier nur nötig gewesen sein können.