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In diesem Lift wird es ungemütlich! Der seltsame kleine SF-Gewaltthriller vom japanischen Videomarkt nutzt seine Grundidee und seine geringen Möglichkeiten optimal aus und zelebriert ein klaustrophobisches und hochspannendes Drama auf engstem Raum. In vielen Punkten mag HELLEVATOR mal wieder ein filmisches Mysterium aus Fernost bleiben, doch hinter den Verhaltensweisen der Fahrstuhlgäste steckt - ganz eindeutig - Sozialkritik ohne Ende. So werden beispielsweise die roboterhafte Angepasstheit, die völlige Annonymität und das feige Wegschauen in der japanischen Gesellschaft aufs Korn genommen. Ein unmenschlicher futuristischer Überwachungsstaat, für den Regisseur wohl die traurige Weiterentwicklung des heutigen technikverrückten Japans, wird, so gut es das Minibudget nur zulässt, ebenfalls karrikiert - und das, obwohl 3 Viertel des Films in einer Fahrstuhlkabine spielen.
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Regisseur Hiroki Yamaguchi ist ein Newcomer, den man im Auge behalten muss. Gusher No Binds Me ist eine ziemlich gelungene bösartige kleine Mischung aus Horror und Science Fiction, bei der Cube sichtbar Pate gestanden hat. Auf seine Weise ist der Film aber sogar fast genauso originell wie Natalis Debüt. Hellevator spielt fast die gesamte Zeit innerhalb eines Fahrstuhls (in einem futuristischen Japan) und hat eine beängstigende klaustrophobische Atmosphäre – trotz des wenig abwechslungsreichen Sets von Langeweile keine Spur. Anders als Cube hält sich der Film jedoch nicht mit grundsätzlichen philosophischen Fragestellungen auf, sondern kommt gleich zur Sache. Dabei ist der Gewalt- und Gore-Faktor auch ziemlich hoch, so dass auch Splatterherzen höher schlagen dürften. Optisch kann der Low-Budget-Film auch überzeugen, vor allem die Rückblenden bzw. Halluzinationen sind sehr ansprechend gefilmt. 7,5/10