Regisseurin Amy Heckerling schuf Ende der 80er bis Mitte der 90er Jahre mit Filmen wie „Kuck mal, wer da spricht“ und „Clueless“ äußerst witzige und kurzweilige Beiträge zum Genre der Komödie. Leider ist das lang her und leider gab es um das Jahr 2000 dutzende von Filmen, welche Liebesfrust, Lust und die Probleme von spleenigen Teenagern zum Gegenstand hatten. Das ist wohl eine Erklärung dafür, warum man „Loser“ nicht wirklich als gelungen bezeichnen kann. Zwar wird der Film von Mena Suvari („American Beauty“) und Jason Biggs („American Pie“) solide getragen, vermag aber besonders drehbuchtechnisch nicht zu überzeugen.
Zur Story: Das gutmütige aber ungeschickte Landei Paul (Biggs) wird an der Uni von New York angenommen. Doch Paul wirkt wie ein Sonderling unter seinen Kommilitonen im „Big Apple“: strebsam, mit Wollmütze und ohne Lust auf Dauerparty. Deshalb wird er von seinen Mitbewohnern aufgrund seiner „Spießigkeit“ kurzerhand aus dem Wohnheim gemobbt. In der oberflächlichen Großstadtwelt scheint einzig die an Geldnot leidende Kommilitonin Dora (Suvari) ganz nett, welche allerdings eine Affäre mit dem Literatur-Professor Alcott (herrlich schmierig: Greg Kinnear) hat…
Wie das Ganze wohl ausgehen wird? Schwere Frage. Eben so vorhersehbar wie das Ende ist auch der gesamte Rest der etwas einfallslosen Story: natürlich werden Paul während seines Studiums zahlreiche Steine in den Weg gelegt; der Film nimmt sich einige Auszeiten und erzählerischer Leerlauf fällt auf. Zuweilen fragt man sich, welchem Genre „Loser – Auch Verlierer haben Glück“ zuzuordnen ist: Drama, Romantic Comedy oder simplem Teenie-Film? Man weiß es nicht: für eine Komödie zu wenig Gags, für ein Drama ist der Plot zu platt und ausgelutscht, für eine Romanze fehlen die Emotionen. Schade eigentlich, denn sowohl der ewige „Apfelkuchen-Vergewaltiger“ Jason Biggs als auch die süße Mena Suvari spielen recht passabel – auch wenn deren Charakterzeichnung zwischen verklemmten, aber tierlieben Gutmenschen und intelligenter Studentin mit Pech im Job zuweilen etwas eindimensional und leicht deppert wirkt. Im Vergleich zu den party- und notgeilen Kommilitonen von Paul ist der Klischee-Faktor aber bei ihnen noch recht niedrig. Die beste Rolle hat noch Greg Kinnear („Besser geht`s nicht“, 1997) als herumkommandierender und selbstgefälliger Macho-Professor abbekommen (köstlich die Szene bei ihm zu Hause, als er Dora bittet, ihm einen Tee zu machen). Dan Aykroyd („Evolution“) in einer sehr kleinen Rolle als Pauls Vater kommt dagegen viel zu kurz.
Der krachige Soundtrack indes mit Songs u.a. von der „Bloodhound Gang“ kann sich aber durchaus sehen lassen.
Fazit: „Loser – Auch Verlierer haben Glück“ ist ein mediokrer Teenie-Film, der arm an Ekel-Gags und Zoten über weite Strecken ereignisarm vor sich hinplätschert. Das unoriginelle Drehbuch von Amy Heckerling mit dünner Dramaturgie enttäuscht durch seine Vorhersehbarkeit, Emotionslosigkeit und zahlreiche Klischees, weswegen es den sympathischen Darstellern nur unnötig schwer gemacht wird.