Review

„Loser“ rangiert in der Geschichte der Teenie-RomCom (Romantic-Comedy) so in etwa in der Höhe von „netter Versuch“. Das bedeutet, nicht gelungen, aber auch nicht ganz gescheitert.
Es sind aber auch harte Voraussetzungen, wenn man sich zwei Stars aus dem Hit „American Pie“ greift und die wieder im Teenie-Sektor einsetzt. Da will man einerseits von der Popularität profitieren und im Zuge dessen den Jungstars Gelegenheit für etwas Tiefe geben.
Nur vertragen sich die beiden Faktoren überhaupt nicht gut.

Die jugenderfahrene Regisseurin Amy Heckerling tut ihr Bestes, um den Film am Laufen zu halten, aber die einzelnen Zutaten stoßen sich gegenseitig ab, obwohl sie im Einzelnen munden würden.
Es ist die Geschichte zweier Einzelgänger, dem Landei Paul, der in Big Apple mit seiner ländlichen Normalität aneckt und die leicht schräge Dora, die gern so unabhängig wäre, wie sie sich gibt und deswegen mit ihrem Literaturprof auf eine Beziehung eingelassen hat.
Daß diese beiden sich finden müssen, ist von Beginn an wie in Stein gemeißelt.

Leider bemüht man sich aber dennoch, diese charmanten Außenseiterportraits in der üblichen Teenie-Gross-Out-Manie zu verkaufen. Grob gezeichnet sind die Plotumrisse, die Figuren alberne Ausschneidefiguren.
Paul reiche Zimmernachbarn entpuppen sich als amüsiergeile Hirnis, auf die wieder und wieder reingefallen wird, während Greg Kinnear als Literaturprof den eitlen Selbstdarsteller raushängen darf, der intellektuell überlegen die Puppen aka Dora für sich tanzen läßt. Das führt zu ein paar bemühten Peinlichkeiten, obwohl der Wert des Films in der zarten Annäherung von zwei Menschen besteht, die laut Drehbuch viel weiter auseinanderstehen müssen, als sie eigentlich sind.
Paul ist nämlich keinesfalls ein tolpatschiger Blödmann (der ggf. einen Apfelkuchen vögeln würde) und Dora nie die toughe welterfahrene New Yorkerin. Beide sind in den Szenen, in denen sie nur allein oder zu zweit agieren mehr als sympathisch und werden durch die klischeehaften Nebendarsteller und das unausgegorene Skript wieder heruntergesetzt.

Interessanterweise werden die aufgezwungenen Störfiguren am Ende auf die Schnelle total fallengelassen und die Romanze rückt voll und ganz in der Vordergrund, aber so gut Biggs und Suvari auch harmonieren, den Film rettet es nicht ganz.
Ein zwiespältiger Film, wenn er auch das Plus verbuchen kann, „American Beauty“ Mena Suvari mal in Lackmini und Lack-BH in einer Stripbar als Bedienung präsentieren zu können.
(5,5/10)

Details
Ähnliche Filme