Review

Angestaubter, aber sympathischer Timewaster


Ich sehe den Titel „Time Walker“, das Erscheinungsjahr 1982, ein cooles Poster, einige paar bizarre Bildausschnitte, das Stichwort „Mumienhorror“ - zack, ich klicke Play. So simpel bin ich gestrickt, so einfach kann das gehen. „Time Walker“ tickt einfach eine Menge meiner Boxen. Da war es auch egal, dass er einen erstaunlich niedrigen IMDB-Wert besaß (als er auf die Watchlist wanderte war dieser noch tiefer als momentan!) und ihn kaum einer kennt. Letzteres sehe ich sogar noch eher als weiteres Plus, da Filmfreaks wie wir ja immer gerne auf verschollene Perlchen, Kleinode und Geheimtipps stoßen. Hält „Time Walker“ denn einigermaßen, was ich mir erhoffte oder landete ich mit dieser Ausgrabung vollkommen auf dem Bauch? 

Erzählt wird von einer mysteriösen, unbekannten Mumie, die sich aus ihrem Grab erhebt, da ihr von einem dummen Studenten und Praktikanten (?) fünf leuchtende Steine entnommen werden... „Time Walker“ hatte keine großartigen Mittel, keine lifechanging Ideen, keine starken Darsteller, bietet nicht wirklich Goremomente (trotz einer fiesen Pilzsubstanz) und auch keine allzu angsteinflössende Mumie - und dennoch kommen mir die gut 80 Minuten nicht übel hoch, bereue ich das Auf-Ihn-Stoßen nicht. Vermisst hätte ich ihn zwar bestimmt auch nicht, wirklich empfehlen würde ich ihn niemandem, doch irgendwie kann ich ihm nicht böse sein. Die einfache Story geht keine Umwege, die grünliche Egoperspektive der Mumie kriegt ein Like, ein paar atmosphärische 80s-Shots ebenso und das Ende ist immerhin mutig und ambitioniert auf eine Fortsetzung spielend. Dazu kam es nie, wonach sicher auch keiner allzu sehr trauert, aber dieser „Part I“ ist eine kleine, naive Sci-Fi-Horror-Mischung und keiner, ich wiederhole: ganz sicher KEINER der schlechtesten Filme aller Zeiten, in deren Ecke er sich mal eine Zeit lang befand. Im schlimmsten Fall ist er eher egal bis schnarchig. Kuriousum: die "Mumienparty" erinnert mich an die dummen Coronaparties und - versammlungen - nur in vielleicht sogar noch sinnvoller.

Fazit: besser als seine Wertung, sein Ruf, sein (Un)Bekanntheitsgrad ist „Time Walker“ ganz sicher. Sogar ganz süß und ungeschickt, ohne dabei in trashige Gefilde zu rutschen. Zwar fehlt es deutlich an echten Highlights und das offene Ende kann natürlich unbefriedigend wirken, aber so sieht für mich eine mögenswerte Schlaftablette aus. Mehr als eine gute 4 von 10 ist dennoch nicht drin. 

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