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Es gibt ja so Filme in der großen Welt der B-Movies, die sind einfach nur schlecht. So schlecht, dass man sich wünscht, der Film wäre nie produziert worden, wäre nie veröffentlicht worden, wäre nie im heimischen DVD-Player oder Videorecorder gelandet, hätte einen keine wertvollen 90 oder 120 Minuten gekostet. Auf der anderen Seite gibt es aber auch B-Filme, die ebenfalls grottenschlecht, aber doch irgendwie kultig und vergnüglich sind und denen man trotz ihrer mangelnden Qualität irgendwie nicht böse sein mag. Und für mich ist "Timesweep" definitiv ein Vertreter der zweiten Sorte.

Schon die Story verspricht da einiges:
Eine merkwürdig zusammengewürfelte, etwa fünfzehnköpfige Gruppe erkundet aus nicht wirklich erkennbaren Gründen ein altes, verlassenes Gebäude. Kurz nachdem die mit Taschenlampen ausgerüstete Gruppe die düsteren Gänge betreten hat, wird auch schon der erste Teilnehmer der Erkundungstour getötet. In Panik rennt der Rest der Gruppe weiter ins Gebäude hinein (natürlich!) und teilt sich dabei zunächst in zwei Gruppen auf, die aber schon wenig später wieder zusammenlaufen. Nach und nach wird die Gruppe daraufhin durch mehr oder minder geheimnisvolle Morde dezimiert und trifft im Gebäude auf eine Vielzahl komischer und absurder Dinge.

Witzig ist dabei allein schon die schiere Breite an Motiven und Facetten des Horrorfilms, die Regisseur Dan Diefenderfer in "Timesweep" verbraten hat. So begegnet die Gruppe auf ihrem Weg seltsamen behaarten Viechern, Zombies, Außerirdischen, Killer-Kakerlaken, einem römischen Legionär, giftigem Horror-Nebel und anderen finsteren Gestalten und darf sich zudem an lustigen Dingen wie Zeitverschiebungen und Flüchen erfreuen. Möglich, dass das Ganze als Hommage an das Horror-Genre an sich gedacht war, wofür auch die Benennung einiger Charaktere (z.B. "H.G. Lewis" oder ein Herr "Romero") sprechen würde. Wie auch immer, dass die ganzen Elemente des Films trotzdem scheinbar sinnlos zusammengestellt wurden und durch eine unverständliche Pseudo-Story verbunden sind, macht diesen Ansatz quasi unbrauchbar.

Auch ansonsten stimmt bei diesem Werk nicht besonders viel: schlechte, amateuerhafte Schauspieler (die hier zudem noch Figuren spielen dürfen, die schlecht bis gar nicht charakterisiert werden), strunzdumme Dialoge und nicht minder blöde Handlung, billige Optik und keinerlei Spannungsaufbau. Ganz nett gelungen ist zumindest zum Teil noch die Gestaltung der Morde, auch wenn man in der ein oder anderen Szene den Mann mit der Ketchupflasche neben der Kamera förmlich spüren kann. Zu bemerken ist dabei auch noch ein recht ansehnlicher Härtegrad der Morde selbst in der mir vorliegenden (um ca. eine Minute gekürzten) DVD-Fassung von M.O.V.M. (FSK 16). Zudem kommt gerade durch die billige Inszenierung zumindest ein klein bisschen Authentizität und düstere Atmosphäre auf. Das war's dann aber auch leider schon an positiven Aspekten...

Insgesamt ein empfehlenswerter Film für alle Freunde des richtig schlechten Films, die bereit sind, in die relativ leicht, aber doch sehr offensichtlich gekürzte DVD-Fassung etwa 3 Euro zu investieren. Mehr sollte einem dieses Werk mit all seinen Schwächen dann aber auch wirklich nicht wert sein. Alle anderen, die mit amateurhaften Sci-Fi-Horror-Filmchen so oder so nix anfangen können, sollten natürlich einen weiten Bogen um "Timesweep" machen - denn sonst droht wirklich eine "Reise ins Grauen"!
Meine Wertung: 2.5/10.

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