Die von Professor Vincent Hill organisierte Besichtigung der alten Dunbar-Filmstudios wird für alle Beteiligten zu einem Horror-Trip ohnegleichen, denn bereits kurz nach ihrer Ankunft geraten die Besucher in eine Art Zeitstrudel und sehen sich aufgrund dieses übernatürlichen Phänomens bald schon allerlei Gefahren ausgesetzt. So machen Killer-Kakerlaken, wild gewordene Greise und Zombies der Gruppe das Leben schwer und zu allem Überfluss schleicht auch noch ein fleischfressendes Ungeheuer durch die Gänge, das ständig Ausschau nach neuen Opfern hält. Die Flucht nach draußen scheint unmöglich, denn rund um das Gebäude ist ein giftiger Säure-Nebel aufgezogen, der jeden bei Berührung verätzt. Wird es dem smarten Kameramann Mike dennoch gelingen, irgendwie einen Ausweg aus dieser Misere zu finden...? Das echt eindrucksvolle Original-Plakat-Motiv ist eindeutig das Beste an "Timesweep - Eine Reise ins Grauen", einem ziemlich minderbemittelten kleinen Filmchen, bei dem One-and-done-Regisseur Dan Diefenderfer ohne Sinn und Verstand allerlei Genre-Motive in die Waagschale schmeisst und diese zu einem schieren Schwachsinn aufkocht... welches dadurch jedoch unter spaßigen Trash-Aspekten betrachtet aber fast schon wieder in So-bad-it's-good-Regionen vorstößt. So empfiehlt es sich ergo, sich der Angelegenheit nicht unvorbereitet und keinesfalls nüchtern zu nähern... und am besten auch nicht im Alleingang, denn erst mit einem Rudel Gleichgesinnter auf der Couch stellt sich ein entsprechendes Fun-Gefühl ein und der Streifen wird zum Party-Heuler schlechthin. Als "ernstgemeinter" Horrorfilm ist das Ganze hingegen natürlich unter aller Sau und pickepackevoll mit schlechten Spezial-Effekten, hohlen Dialogen und stupiden Darsteller-Leistungen, wozu sich dann auch noch eine inkompetente Inszenierung gesellt, die primär darum bemüht ist, dafür zu sorgen, dass die Mädels im Cast sich - sobald sie von irgendwelchen Monstern oder sonstigem Viehzeug attackiert werden - vor lauter Panik selbst die Klamotten vom Leib reißen. Erträglich wird die Tortur da allenfalls durch das charmante 80s-Low-Budget-Flair, das hier wirklich aus fast jeder Ritze trieft und ein paar niedlich-unbedarfte Gore-Momente, die da in regelmäßigen Abständen eingespielt werden. Inhaltlich arbeitet sich Diefenderfer mit seinem Streifen ja ebenso an denselben Vorbildern ab, wie es so manch andere Quasi-Amateurfilmer aus der Z-Sparte auch schon immer getan haben (sprich: vornehmlich "Tanz der Teufel" und Romeros "Dawn of the Dead", was sonst?), aber genamedroppt wird da innerhalb der Handlung ganz kurioserweise Todd Brownings als verschollen geltender "London After Midnight" aus alten Stummfilm-Zeiten... nur besser wird die Chose dadurch natürlich auch nicht! Kurzum, "Timesweep - Reise ins Grauen" könnte glatt in die kultigen Schlechtfilm-Sphären eines "Troll 2" oder "Plan 9 aus dem Weltall" vordringen... wenn er denn nur etwas bekannter wäre. Also, Kalkofe, Rütten, übernehmen Sie! Auf die im Abspann angedrohte Fortsetzung mit dem Titel "Timesweep II - The Quesdrov Factor" (Queswatt?) wartet man bislang natürlich vergeblich, aber beim "Samurai Cop" und den "Hobgoblins" hat es mit den verspäteten Sequels ja auch noch geklappt, von daher... hey, kann nicht irgendjemand den Diefenderfer-Dan (falls er noch lebt) auf den Crowdfunding-Trichter bringen...?
2/10