Review

Auch " Bloodfist IV - Deadly Dragon " wurde von Roger Corman direkt für den Videomarkt produziert. Das Niveau der Klopperreihe kann man gut halten, wobei der Film leider nicht mehr als gut ist. Dabei macht Regisseur Paul Ziller einen sehr guten Job. Er bewies uns sein Können schon in " Back in Action " und " Shootfighter ". Hier arbeitete er auch am Drehbuch mit und inszenierte unter Corman´s strenger Überwachung seinen ersten B-Actioner, sogar mit Stil. Nur leider ging der Film diesmal nicht an Universal CIC, sondern an VPS. Daher ist schon vorprogrammiert, dass mit Kürzungen zu rechnen ist. Die halten sich hier aber gerade noch in einem akzeptablen Rahmen, man kann sich das gekürzte, aber trotzdem indizierte Video, also noch ansehen. Wenn man bedenkt was VPS zum Beispiel mit " Back in Action " gemacht hat, dann kommt " Bloodfist IV " hier noch gut davon. Bisher gab es nicht einmal eine Pay oder Free-TV Ausstrahlung.
Story:
Danny Holt (Don Wilson) ist ein Repoman, er arbeitet für die Bank und bringt unbezahlte Autos zurück. Nur leider klaut er diesmal den falschen Wagen, denn dort werden einige Nuklearzünder aufbewahrt, die dem Gangster Weiss (Kale Browne) gehören. Der findet das überhaupt nicht lustig, ermordet Danny´s Kollegen und entführt seine kleine Tochter. Obendrauf wird Danny auch noch des Mordes bezichtigt und ist somit auf der Flucht. Hilfe bekommt er von der Freundin seiner toten Arbeitskollegin, Shannon (Amanda Wyss). Mit Polizei und dem brutalen Scarface (Gary Daniels) im Nacken, versucht Danny seine Tochter zu finden und zu retten, doch das fordert von ihm einen hohen Preis.

Auch dieser Actioner ist kein Höhepunkt in der Reihe, sorgt aber kurzweilig für brutale Actionunterhaltung und wartet zumindest mit einer soliden Story auf. Die Klischees dürfen dabei nicht fehlen. Natürlich ist Danny wieder mal auf der Flucht, kann Niemandem trauen, da FBI und CIA ihr eigenes Süppchen kochen und zudem hat er mit seiner kleinen Tochter einen sehr verwundbaren Punkt, um dem eher brachialen Charakter von Danny etwas Menschlichkeit zu verleihen. Die Sache mit den Atomzündern gab es schon oft und ist daher zu standatisiert. Lediglich gegen Ende gibt es ein paar kleine Wendungen, denn doch nicht alle, auch wenn es anfangs den Anschein hat, sind gegen Danny. Aber die recht schnörkellose Umsetzung lässt uns über die typische Story hinwegsehen, Ziller inszeniert temporeich, einigermaßen spannend und kommt ohne Durststrecken aus.
Trotzdem hätte der Film ein bisschen mehr Action vertragen können, da man gerade im Mittelteil damit geizt. Aber das Gebotene ist ordentlich geworden und das Hauptaugenmerk liegt natürlich wie gewohnt auf den Nahkämpfen. Don darf sich wieder einige gut choreographierte Keilereien leisten, wobei Ziller zu oft Zeitlupen verwendet. Dafür bietet er auch richtig atmosphärische Fights, zum Beispiel als Don gegen Gary Daniels antritt, für mich eindeutig der Höhepunkt des Films und auch der beste und längste Fight. Mit den Schusswechseln hält man sich zurück, aber wenn dann wird nicht ohne blutige Einschüsse zu Boden gegangen. Ich finde nur, Corman hätte mit dem Budget etwas großzügiger sein können, denn es wird nur ein bisschen Inneneinrichtung zerschossen oder zerschlagen, wir müssen zwar deshalb nicht auf die Verfolgungsjagd verzichten, doch die kommt ohne größere Schäden aus. Das Finale hätte auch ruhig etwas pompöser ausfallen können. Es setzt zwar ordentlich Hiebe, ist aber viel zu schnell vorbei.
Don Wilson macht erneut einen guten Job. Er mimt zwar meist den selben Charakter und es fehlt ihm oft an Ausdrucksstärke, aber für den B-Bereich reichen seine Leistungen völlig aus. Außerdem ist Don nicht wegen seiner darstellerischen Fähigkeiten in solchen Actionmovies vertreten. Gary Daniels wird hier unter seinem normalen Können verkauft, gibt aber einen brauchbaren Fiesling ab, Amanda Wyss ist auch sehr sympatisch und überhaupt gibt es an den Darstellern nichts auszusetzen.

Fazit:
Nichts Neues vom Don, aber wieder mal gute Actionkost. Über die stereotype Story sehe ich mal großzügig hinweg, da die Umsetzung schnörkellos geworden ist. Die Action stellt sich als ziemlich brutal dar und bietet vor allem harte Nahkämpfe, choreographiert von Don Wilson und Art Camacho. Die Inszenierung ist stimmig, auch bei den Darstellern lässt sich kaum Negatives finden. Für die Actiongemeinde auf jeden Fall sehenswert, ich war auf jeden Fall zufrieden.

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