Review

Auch in „Bloodfist IV“ verteilt Don ’The Dragon’ Wilson wieder ordentlich Keile ohne ein echtes Highlight hinzubekommen.
Danny Holt (Don ’The Dragon’ Wilson) fährt zielgenau zu einer Adresse, untersucht das dort parkende Auto und knackt fachgerecht die Sicherheitsmaßnahmen. Der Eigentümer will ihn davon abhalten, es gibt kurz auf die Moppe, aber Danny behält schlussendlich die Oberhand. Der Auftaktfight ist ganz nett, auch wenn Dannys Gegner etwas unbeweglich ist (aber was will man von einem Proll im Morgenmantel auch spektakuläres erwarten?). Nur die große Überraschung bleibt, dass der Held scheinbar ein Autodieb ist.
Doch natürlich darf der edle B-Actionheld kein Verbrecher sein, nein, er ist ein Repoman. Das bedeutet, dass er Autos zurückholt, deren Besitzer die Raten nicht bezahlt haben – notfalls muss er die Karren hierfür klauen. Kaum im Büro angekommen wird er von seinem Chef losgeschickt einen BMW wiederzubeschaffen. Mit dem Beruf des Helden und dem dazugehörigen Milieu kann „Bloodfist IV“ mal etwas anderes bieten. Darf man zwar nicht direkt als Innovation abfeiern, aber ist ganz nette Abwechslung.

Doch da man die Nummernschilder der Fahrzeuge ausgetauscht hat, holt Danny das falsche Auto zurück. Leider gehört dies einer Horde von Gangster, die eine wertvolle Ladung in der Karre gelassen haben und diese zurück wollen. Von da an ist Leben von Danny und seinen Kollegen keinen Pfifferling mehr wert…
Mag das Repoman-Umfeld mal etwas anderes sein, die Story ist es nicht: Der Held ist wie immer auf der Flucht und kann niemanden trauen. Es tauchen Agenten verschiedenster Behörden auf, die sich alle gegenseitig betuppen wollen, man schiebt dem Helden ein paar Morde in die Schuhe, er lernt auf der Flucht eine Frau kennen usw. Zudem darf am Saubermannimage Wilsons auch nicht gekratzt werden, selbst an seiner Vorstrafe bei der Polizei ist nicht wirklich schuld (ähnlich übertrieben war es ja auch in „Bloodfist III“ als Wilsons Charakter auch an seinem Knastaufenthalt unschuldig war).
Sieht man über die Formelhaftigkeit aber mal hinweg, so hat Regisseur Paul Ziller den Einheitsbrei doch ziemlich flott inszeniert. Es gibt kaum Verschnaufpausen, in denen Standardsituationen und –dialoge abgearbeitet werden, sodass der Film immerhin noch ein gewisses Maß an Spannung aufbringen kann. Die Wendungen sind nachvollziehbar, wenn auch nicht überraschend und die Regie hat ein paar nette Einfälle (z.B. beim Kampf im Nebel, wenn der Ventilator für eine ungewohnte Ausleuchtung sorgt).

Mit genügend Action hätte man auf dieser soliden Basis noch ein sehr fetziges B-Movie fabrizieren können, doch hier schwächelt der Film etwas. Im ersten Drittel wird noch reichlich gekämpft und geballert, während es in der Mitte actionarm zugeht. Das letzte Drittel startet dann furios (Nebelfight), doch dann zum Ende hin wird es schwächer (vor allem der Showdown ist enttäuschend kurz). Dabei sind die Shoot-Outs recht blutig, ein paar kleine Stunts und Verfolgungsjagden sorgen für Abwechslung, aber das Hauptaugenmerk liegt vor allem auf Wilsons Kampfkünsten. Die werden spektakulär in Szene gesetzt und kommen oft zum Einsatz, wobei er sich hier unter anderem mit Gary Daniels kloppen kann. Natürlich ist das alles vorzugweise in ungekürzter Form zu genießen.
Don ’The Dragon’ Wilson agiert ganz ordentlich und schlägt sich auch durch die zwei, drei Familienszenen mit seiner kleinen Tochter annehmbar. Gary Daniels ist OK, hat aber später besseres abgeliefert, während der Rest der Nebendarsteller einen durchaus soliden Job macht.

Standardplot und gute Action, auch wenn es derer mehr sein dürfte – dank der guten Regie noch etwas über dem Durchschnitt, aber leider kein Highlight.

Details
Ähnliche Filme