Review

Mit "House of Wax" findet Paris Hiltons zweiter Filmversuch sogar den weg auf unsere Kinoleinwände. Und so schlecht wie der unerträgliche "Nine Lives" ist dieser bei weitem nicht.
Allerdings auch nicht wirklich gut, was vor allem an dem Dauergefühl liegt, eine mäßige Texas Chainsaw Massacre (Michael Bays) Kopie vorgesetzt zu bekommen.
Befinden sich in TCM Erin (Jessica Biel) und ihre Teenfreunde auf dem Weg zu einem Konzert, wird das hier in ein Footballspiel abgwandelt. In beiden Filmen landen die Teens in einer nahezu verlassene, mysteriösen und nicht zum Bleiben einladenden Gegend. Genauso gleich bei TCM und HoW ist die Familie von Freaks die Leute killt, nur das sie in HoW halt in Wachsfiguren umgewandelt werden. Warum auch immer?
Elisha Cuthbert gibt die Hauptrolle souverän, auch wenn sie - ja, Ihr werdet es selbst sehen - wie Erin aus TCM aussieht. Der Ideenklau ist mitunter schon arg dreist. Wer TCM zu seinen Lieblingsfilmen zählt und Plagiate nicht mag, sollte es sich überlegen 7 Euro für eine Kinokarte zu investieren. er wird den ganzen Film aus dem Ärgern nicht mehr herauskommen.
Paris Hilton hat eine kleine Rolle, gespickt mit einigen netten selbstironischen Sprüchen und verkauft sich gar nicht mal schlecht. Klar ist der relativ schnelle Filmtod. Die männliche Besetzung ist der Erwähnung nicht wert, alles minder bis mittelmäßig talentierte Jungschauspieler von der Stange.
So sehr man inhaltlich TCM kopieren wollte, bei der Atmosphäre, der Qualität und den Schockmomenten des Films merkt man die Unterschiede dann deutlich. Die klischeehaften Dialoge ("Ich hab was gehört. Ich geh mal nachschauen." "Ich komme gleich wieder.") werden mit einer aufgesetzten Ernsthaftigkeit zelebriert, dass man sich fragt ob der Regisseur sämtliche Horrorfilmparodien (Scream usw.), die diese dämlichen Gespräche aufs Korn nehmen verpasst hat oder einfach nichts gelernt hat.
Atmosphärisch wird so gekünstelt auf dreckige Ekelatmosphäre gesetzt, dass es einem spätestens nach der Hälfte des Films auf die Nerven geht penetrant mit dem Holzhammer darauf gestoßen zu werden.
Der Goregehalt ist nicht sehr hoch aber einige nette Szenen kann man schon bewundern.

Fazit: Ein Horrorfilm, der seine eigentlich gute Geschichte zugúnsten einer völlig uninspirierten Plagiierung von Michael Bays Texas Chainsaw Massacre verschenkt und so auf der Kinoleinwand eigentlich nichts zu suchen hat. Alle Zutaten (dumme Teenies, Survivorgirl, Dialoge) sprechen für eine DVD-Premiere, wo der Film bestimmt sein Publikum findet.

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