So, mit "House of Wax" geht ein weiterer "Backwood-Slasher" an den Start, diesmal aus der "Dark Castle"-Schmiede, was nicht zwangsläufig etwas schlechtes heißen muß. Waren doch Filme wie "Haunted Hill" oder auch "13 Geister" durchaus repräsentativ, um mal einige zu nennen.
Doch "House of Wax" ist da doch schon etwas anders. Zunächst einmal sei erwähnt, daß es im Prinzip völliger Unnsinn ist, den Film "primär" mit Paris Hilton zu vermarkten. Nicht das ihre Darbietung völlig daneben wäre-nein, sie ist halt nur "austauschbar" und hätte genauso gut von jemand anderem besetzt werden können. Aber gut, sie ist halt dabei und mehr ist es aber auch nicht.
Artverwandte Filme wie "Wrong Turn" oder eben auch "TCM", letzteres speziell als Remake, setzten die Meßlatte für etwaige Nacharmer recht hoch und gerade bei letzteren bedient sich "House of Wax" in seiner durchaus charmanten Art.
Allerdings dauert es etwas, bis der Film an Fahrt gewinnt. Stattdessen wird erst einmal ein "Charaktercheck" durchgeführt, was sich in der Tat etwas hinzieht und leider auch nicht unbedingt viel bringt, denn wirklich "besser" kennen tut man danach keinen von ihnen.
Aber das Tempo zieht an, sobald die Protagonisten die besagte "Stadt" betreten haben und auch sich einen kleinen Einblick in das" Waxhouse" verschaffen konnten. Befürchtungen der Film würde eben "nur" dort spielen werden recht schnell hinfällig-denn, die ganze Stadt hat nicht einen einzigen "lebhaften" Einwohner mehr. Ob in der Kirche oder im Kino oder an einem Haus mit scheinbar bewohntem Inhalt- Alles nicht echt, aber brilliant inszeniert.
Generell, die gesamten Locations und Atmosphäre können voll punkten. Die Schockeffekte hingegen sind leider alle sehr voraussehbar, so daß man sich hier und da auf den ein oder anderen einstellen kann. Aber das versucht der Film auch nicht zu suggestieren, Schocks sind einfach nur Beiwerk.
Vielmehr wird der Zuschauer "verunsichert", denn er weiß teilweise wirklich nicht, was und wer noch "echt" ist, und es gibt verdammt viele Wachsfiguren in verdammt vielen Locations.
"TCM" stand meiner Meinung nach Pate für diesen gelungenden Film. Auch der Killer "Vincent", der mit seiner Wachsmaske, welche sein entstelltes Gesicht verbergt, und seiner teils morbiden und vielleicht manchmal unbeholfenen Art, doch sehr an "Leatherface" erinnert, hat mir persönlich sehr gut gefallen. Zimperlich geht er nicht mit seinen Opfern um, ob nun ein durchbohrter Kopf oder ein abgeschnittener Kopf, alles wird hier in punkto "Gore" sehr freizügig und für einen Slasher "ordentlich brutal" in Szene gesetzt.
Auch der finale Kampf im "Waxhouse" ist supergut geworden und der Killer macht bis zum Schluß eine gute Figur.
Sicher, extreme Neuerungen sind nicht zu erwarten und auch wenn der Film sich bekannter Stilmittel bedient ist er auf jeden Fall ein würdiger Backwood-Slasher, der mit guten Darstellern daherkommt und mit einer schönen düsteren Atmosphäre dienen kann.
Abwechslungsreiche Locations und teilweise sehr "gorige" Effekte lassen das Slasherherz höher schlagen und somit enttäuscht der Film auf keinen Fall.
Ganz klar eine mehr als "durchwaxene" Angelegenheit.