Ein akzeptabler Horrorfilm der neuen Generation.
Der Film wurde von der Kritik fürchterlich zerrissen. Nominiert in zahlreichen Kategorien für die "Goldene Himbeere" – den Antifilmpreis – muss der Film sehr um sein Existenzrecht kämpfen. Ich wage aber mal eine kühne Behauptung: Daran ist nur Paris Hilton schuld. Wäre ihre Rolle anders besetzt worden und nicht auf sie zurechtgeschrieben worden, dann wäre der Film nicht dermaßen durch die Scheiße gezogen worden. Denn der Rest kann sich eigentlich sehen lassen.
Mit Sicherheit ist die Story nicht der Inbegriff der Innovation. Ein paar Jugendliche fahren irgendwohin. Auf dem Weg wird Paris müde und will daher lieber im dunklen Wald feiern und zelten als weiterzufahren. (Selten etwas Unlogischeres gehört) Im Wald sind selbstverständlich böse Menschen, die die Meute einwachsen wollen, weil das das Erbe ihrer Mutter ist. Nicht nur, dass das keineswegs neu ist, vielmehr ist es nur eine Anpassung des Originals von 1953 an die aktuellen horrorwütigen Teens.Die Schauspieler halten sich in der Mittelklassen, bis – ja bis wir in das unerträgliche Gesicht von Paris Hilton starren müssen. Sie als möglicherweise unsympathischster Mensch der Welt hat mir das Vergnügen an dem Film wirklich ordentlich verdorben. Sie ist dumm, kann nicht schauspielern, ist in meinen Augen unattraktiv und gibt dem Film einen schrecklichen Beigeschmack. Ich sehnte mich von Anfang nach ihrem grauenhaften Ende, was Gott sei Dank kam, allerdings ein bisschen zu spät, dafür in brutalster Form. In diversen Kinosälen – das erfuhr ich von Augenzeugen und Beteiligten – wurde begeistert geklatscht, als SPOILER der verhassten Paris ein spitzes Stahlrohr durch den Kopf gerammt wird SPOILER ENDE.
Ich muss meine Verachtung gegenüber dieser Person zügeln, um objektiv zu sein. Wir stellen fest: Die Story ist schlecht und an den Haaren herbeigezogen, die Schauspieler sind mittelprächtig bis auf eine gravierende Ausnahme in die falsche Richtung. Was ist mit der Gewalt? Sie ist wirklich erfrischend dargestellt. Zwar erliegt man auch hier einigen Logiklöchern, dennoch sind die Effekte sehr gut gelungen und dürften die meisten Horrorfans befriedigen. Abgeschnittene Fingerkuppen, sich schälende Haut, Einiges amüsantes ist hier zu bewundern.Die Atmosphäre ist ebenfalls gut gelungen. Die Vorstellung einer verlassenen Wachsstadt, in der nur zwei Verrückte ihr Unwesen treiben, ist recht gruselig und wird in Entsprechender Form umgesetzt. Zudem wird das Ganze von einem gelungenen Soundtrack untermalt.
Das ein oder andere weitere Problem lässt sich festhalten: Die ersten 45 Minuten passiert so gut wie gar nichts, man arbeitet nur alle Clichees ab, die in solchen Horrorfilmen in nicht geringer Zahl vorkommen. Da haben wir die Oberschlampe, die nur zu existieren scheint, um mit Männern rumzumachen, die weiche Schwester und der unglaublich böse Bruder, der keinen so recht mag. Dieser erste Teil des Films lässt Langeweile entstehen, weswegen es schwer ist, in das darauf folgende flotte Tempo einzusteigen. Es gelingt zwar, aber der Film ist dadurch einfach zu lang geworden.Fazit: Ein niedergemachter Film, der nicht ganz so schlecht ist, wie es heißt. Die Story ist nicht innovativ und von allen üblichen Clichees behaftet. Die Schauspieler sind mittelmäßig, Paris Hilton eine Folter für den gewöhnlichen Zuschauer. Es dauert zu lange, bis der Film in Fahrt kommt, daher wirkt er gegen Ende zu lang. Dafür sind die Effekte allererste Sahne und an der Brutalität, die solche Filme zu einem großen Teil ausmacht, kann man nichts aussetzen. Optisch also durchaus ansehnlich, führt House of wax zu erheblichen innerlichen Verstimmungen, wenn man es wagt, länger als 2 Sekunden über die Story nachzudenken. Denn obwohl diese so flach ist, ist sie an manchen Stellen unerträglich unlogisch. Ich denke 5 Punkte sind mit Wohlwollen angebracht. Euer
Don