6 Teenager fahren zu einem Football-Spiel und müssen auf halber Strecke übernachten. Da ihr Auto am nächsten Morgen streikt, müssen zwei von ihnen in die nächste Stadt trampen. Dort erwarten sie zwei verrückte Killer, die ihre Opfer mit flüssigem Wachs übergießen und aus der gesamten Stadt ein riesengroßes Wachsfigurenkabinett machen wollen.
Da möchte man doch die Korken knallen lassen, es gibt im Slasher-Genre doch noch die eine oder andere neue Idee! Gut, dass Genre wird nicht gerade neu erfunden und im Großen und Ganzen ist die Story dann doch nach dem gängigen Muster gestrickt, sprich, eine Gruppe von Teenagern wird nach und nach ermordet und eine geringe Quote darf am Ende überleben. Dennoch ist die Idee um 2 Verrückte, die aus lebenden Menschen Wachsfiguren machen wollen dann doch um einiges innovativer, als zum hundertsten Mal irgendeinen Killer wie Freddy Krueger oder Michael Myers auf eine Gruppe Teenager loszulassen. Statt auf charakterliche Tiefe zu achten, baut man lieber noch ein paar Splatter-Szenen ein und lässt die freizügigen Blondinen, allen voran natürlich Paris Hilton, von der Leine. Dennoch gibt man sich Mühe, den Film langsam und mit subtiler Spannung anlaufen zu lassen. Da lässt sich auch verschmerzen, dass "Hause of Wax" ein Remake des Horror-Films "Das Kabinett des Professor Bondi" ist, zumal die beiden Filme nicht sonderlich viel miteinander gemeinsam haben.
Die Slasher- und Splatterszenen kommen dabei natürlich nicht zu kurz, doch anders als bei "Halloween" oder "Freitag der 13." merkt man als Zuschauer noch, wie man einem ein eiskalter Schauer über den Rücken läuft, da die Idee mit dem glühend heißen Wachs wirklich viel hermacht. Darüber hinaus dürfen natürlich auch die typischen Splatter-Sequenzen mit durchbohrten Köpfen und einigen Innenansichten menschlicher Körper nicht fehlen, wobei meiner Meinung nach alles gerade noch im Bereich des Erträglichen liegt. Durch die subtile Hintergrundmusik und das langsame Aufbauen von Spannung entsteht sogar eine bedrohliche Atmosphäre, wie sie schon länger kein Slasher-Film mehr aufbauen konnte. Zum Ende hin zieht sich die Jagd auf die letzten überlebenden Teenager leider ein bisschen in die Länge, dafür ist das furiose Finale, in der das gesamte Wachsfigurenkabinett, das übrigens komplett aus Wachs bestehen soll, schließlich abbrennet und dahinschmilzt. Der Unterhaltungswert ist damit ziemlich gut, was ich dem Film hoch anrechne, da ich eigentlich kein großer Fan des Genres bin. "Hause of Wax" ist damit überhaupt eine positive Überraschung, zumal man nach der Verpflichtung von Paris Hilton und des absolut unbekannten und unerfahrenen Regisseurs Jaume Collet-Serra nicht sonderlich viel von der 30-Millionen-Dollar-Produktion erwarten konnte. Für die Fans des Genres ist der Film auf jeden Fall zu empfehlen und für Trash-Fans eher bedingt, da der Film sich selbst sehr ernst nimmt und nicht einmal einen Anflug von Eigenironie oder Humor hat. Ich persönlich habe damit aber kein Problem, da der Film somit wesentlich spannender wird.
Kommen wir nun also zum angesprochenen Problem: Paris Hilton. Natürlich wurde sie weder wegen ihres schauspielerischen Talents, noch wegen ihres guten Rufs gecastet, sondern vermutlich eher wegen ihres Aussehens und ihres großen Namens. Sie ist zwar nicht ganz so schlecht, wie ich es erwartet hatte, unterbietet aber dennoch alle anderen Darsteller des Films und rechtfertigt auf jeden Fall ihre Himbeere als schlechteste Nebendarstellerin. Aber, man kann aufatmen, da ihr Part nicht sonderlich lang ist und sie nach geschätzten 3 Halbnackt-Auftritten schließlich einen Metalstab durch den Kopf bekommt (Und nein! Selbstverständlich spritzt kein Hirn). Aber wer kann es den Filmemachern verübeln, allein der große Name und die Tatsache, dass ihre Nackt-Szenen geschickt gehyped wurden, dürften einen maßgeblichen Anteil am ordentlichen Einspielergebnis haben. Auch die übrigen Darsteller bestätigen das Vorurteil, dass einige Horror-, Slasher- und Splatter-Produktionen an ihren schlechten Darstellern scheitern. Die Darstellungen sind mittelmäßig bis unterdurchschnittlich, wobei Hauptdarstellerin Elisha Cuthbert nach ihren schwachen Darstellungen in der TV-Serie "24" eine deutliche Steigerung zeigt. Die Maske der Killerin ist übrigens hervorragend und beängstigend, auch wenn man keine Mimik mehr erkennen kann.
Fazit:
Neu erfunden wird das Genre zwar nicht, aber dennoch kann "House of Wax" durch die eine oder andere neue Idee glänzen. Während die Atmosphäre sehr düster ist und sich der Film glücklicherweise nicht selbst auf die Schippe nimmt, sind natürlich auch die üblichen Ekel-Szenen vorhanden. Trotz des vorhersehbaren, aber actionreichen, Finales und der unterdurchschnittlichen Darstellungen bleibt "House of Wax" knapp über dem Mittelmaß und ist damit nicht nur für die Fans des Genres empfehlenswert.