Vor sieben Jahren kam ein Mädchen bei der Aufnahmezeremonie zu einer geheimen Schwesternschaft ums Leben und nun werden die damaligen Mitglieder in ein verlassenes Landhaus geladen, wo der Vater der Verstorbenen auf Rache sinnt.
Das ist an sich eine einfache Story, die sich hervorragend für einen Slasher nach dem Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip eignet, doch solch ein Slasher erwartet einen nicht bei "Tödliche Spiele", denn es werden Hinweise darauf gestreut, dass sich unter den Mädels eine Verräterin befindet, die dem racheversessenen Papa verraten hat, dass eine der Schwestern den Tod seiner Tochter absichtlich hervorgerufen haben soll und so kann man munter mitraten, wer denn nun die Petze und wer die damalige Mörderin ist und am Ende ist dann alles ganz anders als man vermutet hätte. Hinsichtlich der Story ist also für Abwechslung und Spannung gesorgt, wobei das Ganze zwar nicht unbedingt logisch oder realistisch ist, aber bei Laune haltend ist es zweifellos.
Sehr gut gewählt ist auf jeden Fall auch der Schauplatz, denn das verlassene Landhaus, das mit einem Hochspannungszaun umzäunt ist, was eine Flucht der Anwesenden verhindert, bietet mit seinen zahlreichen Räumen, dem dunklen Keller und dem großen Gelände allerhand abwechslungsreiche Plätze, wodurch optische Vielfalt vorhanden ist.
Optisch ebenfalls für Vielfalt sorgen die fünf Mädels, die in die Fänge des Rächers geraten. Hier ist eigentlich für jeden Geschmack etwas dabei (egal ob blond, rot oder braun...) und mit nackter Haut wird nicht gegeizt. Das schauspielerische Talent der Damenriege ist zwar nicht das ganz große Kino, aber es erfüllt den Zweck zumal komplexe Charaktere in diesem Film sowieso nicht dargestellt werden müssen.
Da der Streifen in der Trash Collection aus dem Hause cmv erschienen ist, gibt es natürlich auch allerhand Mülliges, was für Freude beim geneigten Zuschauer sorgt. So ist die technische Umsetzung alles andere als professionell, was sich in wackligen Kameraeinstellungen, mäßigen Zooms und Mikrofonen im Bild (oft von oben, aber auch manchmal von unten) zeigt.
Witzig ist es zudem, wenn plötzlich irgendwelche Tiere auftauchen und für Gefahr sorgen. So reicht die Faunapalette von einer Tarantel über eine Klapperschlange bis zu einem Schaferhund, die ein bißchen Wind machen und dann nicht mehr aufkreuzen, wobei deren Einsätze alles andere als bedrohlich inszeniert wurden.
Wer sich auf Grund der Tatsache, dass die Handlung viele Slasherelemente enthält, grafische Gewaltdarstellungen erhofft, dem sei an dieser Stelle die Hoffnung genommen, denn nach dem rückblickenden Kopfschuss zu Beginn des Films ist das höchste der Splattergefühle ne Schusswunde, denn ansonsten wird unblutig erwürgt oder durch Stromschlag gestorben.
Zum Schluss sei noch die Musik lobend erwähnt, die viele schöne Melodien bereithält, welche den Spannungsszenen den passenden akkustischen Anstrich verpassen und für eine mir sehr zusagende 70er Horrorfilmatmosphäre sorgen.
Insgesamt ist "Tödliche Spiele" ein angenehm unterhaltender Mix aus Slasher, Rachethriller, Krimi, Tierhorror und Trash, der zwar nicht unter professionellen Bedingungen umgesetzt wurde, aber die herrliche 70er Atmo atmet und zudem fast durchweg bei Laune halten kann.