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Es ist die letzte Mutprobe im Zuge des Einführungsrituals in eine Studentenverbindung. Eine mit leeren Patronenhülsen geladene Pistole wird an den Kopf der Neuankömmlinge gehalten, dann wird abgedrückt. Liz (Elizabeth Bergen), die zweite Aufnahmekandidatin, hat Pech. Aus unerklärlichen Gründen befindet sich scharfe Munition in der Waffe, was ihrem hübschen Köpfchen gar nicht wohl bekommt. Liz' Tod wird als Unfall zu den Akten gelegt. Sieben Jahre später. Die fünf an der dubiosen Sache beteiligten Frauen, Sylvia (Cheri Howell), Diana (Sherry Boucher), Judy (Claudia Jennings), Francie (Sherry Alberoni) und Penny (Roxanne Albee) erhalten ein anonymes Einladungsschreiben zu einem Wiedersehen. Dumm und naiv, wie sie sind, lassen sie sich von Mark (Paul Carr) und Joe (Joe E. Tata) zu einem luxuriösen, weit abgelegenen Anwesen mit Swimming Pool kutschieren, wo eine böse Überraschung auf sie alle lauert. Denn Liz' Vater Edmond (Arthur Franz), der davon überzeugt ist, daß seine Tochter heimtückisch ermordet wurde, sinnt auf grausame Rache. Da das Anwesen von einem elektrischen Sicherheitszaun umgeben ist, ist eine Flucht ausgeschlossen.

Dieser leidlich unterhaltsame Slashervorläufer aus den frühen Siebzigern - Sisters of Death wurde zwar erst 1976 veröffentlicht, jedoch bereits 1971/72 gedreht - ist ein in allen Belangen durchschnittliches Filmchen, das weder Fisch noch Fleisch ist. Für einen Exploitationfilm ist das Dargebotene zu harmlos, für einen Thriller zu spannungsarm, und für einen Krimi einfach zu uninteressant. Zu allem Überfluß sind auch noch die Figuren viel zu dürftig charakterisiert, als daß sie für Interesse beim Zuseher sorgen könnten, und beim gemächlichen Erzähltempo besteht zudem die Gefahr, daß man sanft ins Reich der Träume entschlummert. Nein, Sisters of Death ist leider kein Highlight des Siebziger-Jahre-Kinos. Was aber nicht heißen soll, daß der an Agatha Christies Ten Little Indians erinnernde Streifen für Fans nichts zu bieten hätte. Wenn man die ziemlich ereignislose erste Dreiviertelstunde übersteht (die nette Eröffnungssequenz mal außen vor gelassen), kommt man doch noch auf seine Kosten, insbesondere wenn man an schlockigen Momenten Gefallen findet. Zum Beispiel scheinen die Mädels die Gefahr, in der sie sich befinden, erstmal komplett zu ignorieren. Sie hängen am Pool herum, schlurfen durch die Gegend oder legen sich schlafen. Den Vogel schießt Francie ab, die mal duschen geht (Wetten darauf, ob es ihre letzte ist, werden nicht mehr angenommen). Anstatt zusammen zu bleiben, agieren alle ziemlich planlos und gehen ihrer Wege, wie es ihnen gerade beliebt. Ja, sie legen dem von Arthur Franz akzeptabel gespielten Irren, der übrigens gerne mit seiner Flöte spielt (das Musikinstrument, um etwaigen Mißverständnissen vorzubeugen), nicht viele Steine in den Weg.

Erfreulich ist jedoch, daß Sisters of Death einige Male mit dem Tierhorrorgenre kokettiert. So müssen sich die Protagonisten mit einem beißwütigen Hund, einer putzigen Tarantel und einer gereizten Klapperschlange herumschlagen. Die Todesszenen sind recht lasch umgesetzt und hinterlassen wenig Eindruck. Am besten ist noch der Unglückliche, der schnurstracks in den elektrischen Zaun rennt und hübsch qualmt. Das twistreiche Finale ist hingegen gelungen, und die teils überraschenden, teils schockierenden Wendungen werten den billig produzierten Streifen doch etwas auf. Aber selbst das kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß es dem ganzen Racheszenario an Schwung und Power fehlt. Von der Cast sticht die leider viel zu früh verstorbene Claudia Jennings hervor, obwohl sie lange Zeit nicht viel mehr zu tun hat, als gut auszusehen. Erst ihre starke Performance im Showdown läßt erahnen, welches Potential diese Frau hatte. Ein Potential, das sie allerdings nur mehr in einer Handvoll Filmen wie The Unholy Rollers, Truck Stop Women, 'Gator Bait, The Great Texas Dynamite Chase oder Fast Company zeigen durfte.

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