„Die Sache war doch schon längst vergessen!“
Stimmt, sonderlich erinnerungswürdig ist dieser Low-Budget-Proto-Slasher des US-Regisseurs Joseph Mazzuca – sein letzter von nur drei Filmen – wirklich nicht. Interessant ist er dennoch, erschien er doch noch vor „Halloween“ und somit vor der endgültigen Ausdefinierung des Subgenres.
Als der Backfisch-Geheimbund „Die Schwestern“ vor sieben Jahren einmal mehr sein Aufnahmeritual durchführte, befand sich fürs Russisch Roulette plötzlich eine scharfe anstelle einer Platzpatrone im Revolver und tötete eine der Anwärterinnen. Sieben Jahre später werden die fünf Schwesternschaftlerinnen von einem Unbekannten in die Kleinstadt Paso Robles eingeladen, was sie prompt annehmen. Dort treffen sie auf Mark (Paul Carr, „Amputiert – Der Henker der Apokalypse“) und Joe (Joe E. Tata, „Rollerfieber“), die sie zu einer abgelegenen, aber luxuriösen Hacienda chauffieren. Diese entpuppt sich jedoch bald als Hochsicherheitstrakt, von dem es kein Entkommen gibt – und der ominöse Gastgeber als der Vater des damals getöteten Mädchens…
Der Prolog zeigt das schiefgehende Aufnahmeritual und weckt Hoffnung auf einen unterhaltsamen Film, denn er mutet zwar bizarr an, ist aber gut gemacht. Auch die schön unheimliche, unheilschwangere Titelmelodie macht Lust auf „Death Time“. Die eigentliche Handlung zieht sich jedoch arg, ist zuweilen richtiggehend zäh und in ihren Gewalteruptionen auch nicht sonderlich grafisch. Da die Schwesternschaft lange nicht weiß, was überhaupt los ist, verdächtigt man sich gegenseitig. Dass sie davon ausgehen, dass über den Todesfall von vor sieben Jahren längst Gras gewachsen sei, mutet reichlich kurios an. So richtig erstnehmen kann man das alles infolgedessen kaum. Laune macht hingegen, dass man die fünf Frauen – Judy (Claudia Jennings, „Hetzjagd im Sumpf“), Sylvia (Cheri Howell, „...Jahr 2022... die überleben wollen...“), Penny (Roxanne Albee, „Mannix“), Diane (Sherry Boucher, „Der Tiger hetzt die Meute“) und Francie (Sherry Alberoni, „Caged Women II – Gepeinigt und gequält“) – sehr unterschiedlich charakterisierte und dabei vor keinem Klischee Halt machte – was tatsächlich bereits stark ans spätere Slasher-Subgenre erinnert.
Die Kamera arbeitet mit einigen Point-of-view-Perspektiven, löst diese jedoch durch Zooms auf Augenpartie und Gesicht des Stierenden stets direkt auf. Ansonsten krabbelt noch eine Vogelspinne herum und überschlägt man sich gegen Ende mit gleich zwei überraschenden Wendungen. Für Slasher-Allesgucker und Subgenre-Archäologen ist „Tödliche Spiele“, so der deutsche Titel, Pflichtprogramm, für alle anderen aber wohl verzichtbar.