"Die Tür ins Jenseits" - 1973 hergestellt und im nächsten Jahr veröffentlicht - markierte als siebte Amicus-Anthologie schließlich den vorläufigen Schlußpunkt dieser kostengünstigen Kompilationen. 1974 ging die britische Horrorfilmindustrie endgültig in die Knie, das neue Kino hatte längst auf alle Bereiche abgefärbt und Hammer stand am Abgrund. Auch "Amicus Productions" ging es nicht gut, in den nächsten sieben Jahren sollte die Firma nur noch sechs Filme produzieren, von denen drei kostengünstige und nicht uncharmante SF-Fantasy-Dinosaurier-Crossover wie "Caprona" sein sollten.
Deren Stammregisseur Kevin Connor konnte mit "From Beyond the Grave" dann auch gleich mal sein Debüt geben und seine Möglichkeiten austesten, allerdings waren die Geschichten des in England sehr populären Horrorschriftstellers Ronald Chetwynd-Hayes nicht von der derselben hintergründigen Güte wie William Gaines fiese Stories des Makabren oder die Serienroutine eines Robert Bloch. Im Gegensatz so mancher von Freddie Francis oder Roy Ward Baker inszenierten Episode wirkt Connors Film zwar optisch wunderbar in Szene gesetzt, aber erzählerisch schon zur Zeit der Veröffentlichung angejahrt.
Was soviel heißt wie: für gut 95 Minuten Laufzeit sind die vier Episoden einfach viel zu sehr ausgewalzt und breitgetreten und es sind nur wenige Highlights in der Besetzung dabei, die diese Schwäche irgendwie wieder ausgleichen können.
In der Startgeschichte "The Gatecrasher" etwa ist man zwar erst erfreut, David Warner zu sehen, doch die Story vom besessenen Spiegel, die einen jungen Mann zum Serienmörder macht ist zäh und langweilig und noch dazu enttäuschend blutarm und hat noch dazu eine enorm abgedroschene Pointe.
"An Act of Kindness" ist nicht viel besser, wieder mal kommen die Voodoopuppen ins Spiel, bis dahin müssen wir aber Ian Bannen als Biedermann zusehen, der unter der Fuchtel seiner moppeligen Ehefrau steht (ordentlich zugelegt: der blonde UK-Traum Diana Dors). Als Sozialdrama oder Komödie (man beachte die Einrichtung in all ihrer farbenfrohen Geschmacklosigkeit) hätte das ganz interessant werden können, als Gruselstory erfreuen einen dann doch höchstens Donald und Angela Pleasence (auch im wahren Leben Vater und Tochter) als seltsames Pärchen, das sich nach Wünschen anderer Personen richtet.
Das Highlight der Sammlung ist sicher "The Elemental", eine Komödienübung mit einem von einem Geist besessenen Ehemann, einer bedrohten Gattin und einer scheinbar komplett durchgeknallten "Exorzistin", die Margaret Leighton im fünften Gang mit dem Dampfhammer spielt. Auch hier kann die Pointe aber nicht wirklich mit den Sperenzchen der Austreibung mithalten.
Blanker Standard ist zum guten Schluß "The Door", wo eine eingebaute alte Tür eine Passage in einen blauen Raum öffnet, in der ein Schwarzmagier schon nach Lesley Anne-Downs Ehefrau lechzt, während Ian Ogilvy seine Heimwerkerpläne noch mal überdenken muß, ehe der in die Serie wiedergekehrte Peter Cushing als Ladenbesitzer auch noch einen kleinen Extraauftritt mit einem Räuber hat. Cushing ist furchtbar ausgemergelt und offenbar um Jahre gealtert, nuschelt sich aber gemütlich durch die Rahmenrolle.
Alles in allem ist "Die Tür ins Jenseits" gut anzuschauen, aber der Finger zuckt immer mal wieder zum schnellen Vorlauf, insofern war es gut, den Trend mit den Kurzgeschichten und Comicverfilmungen endlich mal zu stoppen, schließlich produzierten auch andere Firmen diese Kompilationen und das Fernsehen war mittlerweile auch voll davon. Erst 1980/81 kam - als letzter Amicus-Film - noch ein Nachzieher in die Kinos: mit "Monster Club" fiel der Vorhang endgültig. (5/10)