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Irgendwo findet eine Audition für den Sexfilm Fairy Tales 2 statt. Gesucht werden die heißeste Frau bzw. der heißeste Mann der Welt sowie die ungewöhnlichste Person bzw. Performance. Zahlreiche unterschiedliche Menschen sprechen vor und geben alles, um eine Rolle zu ergattern.

Zugegeben, die Grundidee für dieses hochinteressante Stück Exploitation klingt nicht gerade prickelnd. Aber wie lautet das elfte Gebot? Richtig. Du sollst dich nicht täuschen! Den Machern gelang es nämlich, das seltsame Geschehen so kurzweilig wie abwechslungsreich über die schmuddelige Bühne zu bringen. Das fiktive Casting überzeugt außerdem mit einem recht authentischen Anstrich, sodaß man fast (aber eben nur fast) glauben könnte, man sieht echten Leuten dabei zu, wie sie sich um eine Rolle bemühen. Und die meisten gehorchen dem sich im Off befindlichen Regisseur aufs Wort. Egal ob es heißt, zieh dich aus, tanze, erzähle mir deine schmutzigsten Phantasien oder masturbiere, es wird nicht lange gezaudert. Und ein riesiger Dildo liegt ebenso bereit wie ein menschengroßes Plastikskelett (ja, auch das kann man für erotische Spiele zweckentfremden). Es gibt Unmengen an "full frontal nudity", sowohl von Frauen, als auch von Männern. Für Abwechslung sorgt ein selten schmieriger, aufdringlicher Casting-Agent, der immer mal wieder unangemeldet reinschneit und seine Pferdchen anpreist. Ebenfalls zu sehen: ein trommelnder Zwerg, ein "dreibeiniger" Tänzer, eine fette, tanzende Lady, simulierter Sex, Pornostars wie z. B. Rhonda Jo Petty oder Jennifer West und eine blutjunge Linnea Quigley (sieben Jahre vor The Return of the Living Dead), die in einem Folterkeller tanzt. Nicht schlecht, Herr Specht, und weit besser als erhofft.

Fazit: Pures, pseudodokumentarisches Grindhouse-Vergnügen aus den wilden 70ern für den Voyeur in uns. Ein launiger Vorläufer solch populärer Hardcore-Formate wie Backroom Casting Couch, Casting Couch X oder Casting XXX.

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