William Emerson (Joel Denning) kehrt nach seiner Scheidung - seine nunmehrige Ex war wohl nicht sehr erfreut, daß er den Nebenbuhler mit einer lebenden Katze verprügelt hat! - mit seinen drei Töchtern in sein idyllisches Heimatstädtchen Barrow Springs im Osten Marylands zurück. Dort sind in letzter Zeit fast sämtliche Haustiere spurlos verschwunden, was jedoch die Bürgermeisterin Janice Appleyard (Lisa Burdette) nicht sonderlich zu beunruhigen scheint. Sogar als Menschen verschwinden und sie selbst während einer Autofahrt von einem ungewöhnlichen Fisch attackiert wird, schweigt sie und kehrt die ungute Angelegenheit lieber unter den Teppich, schließlich dürfen die bevorstehenden Festivitäten wie das große, jährliche Anglerfest nicht gefährdet werden. Währenddessen freundet sich der süße Backfisch Ashley ("Miss Maryland Teen USA 2006" Jamie Linck O'Brien), Williams älteste Tochter, mit dem coolen Teenager Jake (Timothy Stultz) an, und das nächtliche Rendezvous findet prompt am menschenleeren Strand statt. Aber nicht nur dort blasen die fiesen Fische - übrigens das Ergebnis eines lange zurückliegenden militärischen Experiments - zum Halali auf die ahnungslosen Stadtbewohner.
Man nehme ein paar sympathische Normalos, die in tödliche Gefahr geraten, ein paar schrille Figuren, die dämliche Dinge tun, sowie zahlreiche ulkige Monster, die sich in der Nahrungskette am Menschen vorbei nach oben fressen, und fertig ist die fischige Sause, welche die Herren Frank Lama und Joel Denning in Maryland von 2002 bis 2005 auf 16mm-Film gebannt haben. Swarm of the Snakehead ist eine herrlich bescheuerte Horrorkomödie, die mich anderthalb Stunden köstlich unterhalten hat. Zwar sitzt nicht jeder der phasenweise haarsträubend blöden Gags, aber da die Macher das Herz am rechten Fleck haben, Seth Hurwitz' Drehbuch kein Klischee ausläßt und die Schauspieler ausgesprochen gut drauf sind, sieht man über etwaige Blindgänger großzügig hinweg. Lisa Burdette sorgt zum Beispiel als korrupte Bürgermeisterin ebenso für Lacher wie der von Frank Lama gespielte "manly fisherman" Darrel Delhey, eine Art Ash (The Evil Dead), nur wesentlich schräger, debiler und feiger. "Leatherface" Gunnar Hansen (1947 – 2015) hat ein tolles, an Quints legendären Auftritt in Jaws erinnerndes Cameo, und der kultige George Stover (Nightbeast) schaut auch kurz vorbei. Die Dialoge sind oft von der hirnerweichenden Sorte (Er: "Would you like to come in for a cup of coffee?" - Sie: "I don't drink coffee!" - Er: "Good. Because I don't have any!"), machen aber ziemlich Laune. Realistisch ist die trashige Chose in etwa so sehr wie sie gruselig ist, nämlich gar nicht. Dafür ist der mit zahlreichen (Rock-)Songs von lokalen Künstlern (u. a. Glen Nevous, Kip Winger, Ravyns, Dagmar and the Seductones und Bootcamp) unterlegte Film witzig, sympathisch und angenehm schräg.
So richtig irre wird der billige, zu Beginn noch etwas unfokussiert durch die Gegend taumelnde Streifen aber erst durch die Schlangenkopffische. Diese eigentlich in Afrika und Asien beheimatete Spezies benimmt sich nämlich gar nicht so, wie man es von Fischen gewohnt ist. Zwar können die Tiere tatsächlich unter gewissen Umständen mehrere Tage an Land leben, aber in Swarm of the Snakehead agieren sie eher wasserscheu und scheinen sich bevorzugt an Land zu tummeln. Wie sich die Viecher langsam und behäbig über einen Steg schlängeln, ist ein Bild für Götter. Darüber hinaus benehmen sich die Fische, als ob sie in der Witzkiste geschlafen und einen Clown gefrühstückt hätten. Die sind total überdreht, geben komische Laute von sich, krächzen, kreischen und fauchen gerne, und hin und wieder kichern sie sogar boshaft. Falls jetzt jemand an die populären Gremlins denken sollte, dann wäre das ein Bingo. Verstärkt wird der Spaß noch dadurch, daß man die Kreaturen überwiegend auf praktische Weise zum Leben erweckt hat. Es handelt sich also um drollige Puppen, die nach ihren Opfern schnappen, sich in Kehlen verbeißen oder Säure in Gesichter spucken und so für ein kleines Massaker sorgen. Das große Finale verläuft etwas enttäuschend, da der grobe Unfug, mit dem man zuvor laufend konfrontiert wurde, leider nicht mehr getoppt wird. Die Szene kurz vor Schluß (ein geiler Gag, der auch Wednesday Addams gut zu Gesicht stehen würde) entschädigt jedoch gleich wieder für den nicht wirklich aufregenden Showdown. Am Ende bleibt die Tür für ein Sequel offen, welches nie entstanden ist. Das ist vielleicht auch gut so, bleibt Swarm of the Snakehead damit doch ein liebenswert-schräges Unikat des Flossenhorror-Subgenres.