Zu Beginn muss ich erstmal jeden warnen, der sich von "Joe Dreck" eine Slapstick - oder Blödelkomödie wie "Happy Gilmore" oder "Billy Maddison" erwartet. Diesen Fehler hab ich auch begangen. Ich hab mir den Film sowieso einfach nur mal so ausgeliehen, war aber schon in der Erwartung einer solchen, oben erwähnten Komödie. Da war ich aber völlig falsch gelegen, denn "Joe Dreck" entpuppt sich zu einer sehr charmanten und sympathischen Komödie, die vielleicht sogar die eine oder andere Botschaft in sich birgt. Und ich denke schon, dass das nicht nur aus Versehen so rüberkommt, sondern dass das beabsichtigt war, was dem Film sehr zugute kommt. Immerhin zeigt "Joe Dreck", dass manche Menschen, die vielleicht etwas komisch und unkonventionell aussehen, trotz aller Vorurteile ihnen gegenüber total nett, hilfsbereit und sogar cool sind. Da erinnert der Film teilweise an "Forrest Gump". Sowohl Joe Dreck als auch Forrest Gump reisen viel und lernen in den verschiedensten Städten viele Leute kennen, die die beiden titelgebenden Helden allesamt auf irgendeine Weise leiden können. Außerdem sind beide ein wenig zu gutmütig, obwohl sie des Öfteren aufgrund ihres Äußeren beleidigt werden, werden sie niemals persönlich und nehmen es den anderen lange übel. Im Gegensatz zu "Forrest Gump" wird in "Joe Dreck" der Humor größer geschrieben, denn trotz vermittelnder Botschaft hat der Film einige Szenen zu bieten, die nicht unbedingt zum Rest passen, aber sicher nicht schaden. Wie z.b. die Szene, in der der vermeintlich tote Christopher Walken einen Ständer bekommt, weil Joe Dreck neben dessen Leiche steht und etwas über Titten redet. Der Film schafft es aber, solche und ernsthafte Szenen gekonnt zu mischen, keine Szene im Film kommt einem irgendwie unpassend vor. Die Story ist auch sehr unterhaltsam, was vielleicht auch daran liegt, dass alles in Rückblenden erzählt wird. Als 8-jähriges Kind wird Joe aus Versehen bei einem Familienausflug an den Grand Canyon von seinen Eltern zurückgelassen. Von da an will er nur eines: seine Eltern wieder finden, egal, was es ihn kostet. Auf seiner Odysee lernt er über die Jahre etliche Leute kennen, nimmt jeden Job an, der ihm irgendwie geboten wird und erlebt so einige lustige Sachen.
"Joe Dreck" ist Kurzweile pur. Sei es wegen der guten und coolen Schauspieler, der unterhaltsamen Musik, der schönen Landschaftsaufnahmen oder der Kameraführung. Irgendwie passt alles in dem Film. Das größte Kunststück liegt jedoch darin, dass er teilweise zum Mainstream tendiert, teilweise aber auch zum krassen Gegenteil. Mir hat er jedenfalls gefallen, auch wenn es natürlich um einiges bessere Filme gibt. Zum Anschauen zwischendurch ist er auf jeden Fall geeignet, Langeweile kommt nicht auf. Ein Film für jeden, man braucht nicht irgendwelche Genres hassen oder lieben, um "Joe Dreck" zu sehen. Irgendwie findet ihn sicher jeder sympathisch! 7/10 Punkte