Die Neugier treibt einen an: was hat es mit „Monkeybone“ auf sich, daß das Teil so ein Megaflop wurde?
Was einem dann tatsächlich um die Ohren fliegt, ist erstaunlich: da mixt jemand für ungeheure Geldsummen eine Mischung aus Cool World, Beetlejuice, Roger Rabbit und Körpertauschkomödien zusammen und stellt das einfach so in den Raum.
Begründung: ist die Verfilmung einer Graphic Novel, was ja nichts anderes als die künstlerische Umschreibung für einen Comic ist, bei dem es nicht jede zweite Seite auf die Fresse gibt.
Das Ergebnis ist jedenfall von ungeheuerlicher Witzlosigkeit, ein grelles, überzogenes Etwas, das wohl liebend gern so etwas wie eine Komödie wäre, aber nur Albernheiten der flachesten Natur aneinanderreih(er)t.
Der Inhalt ist so etwas wie der Alptraum eines latent schizophrenen Comiczeichners, der sich im Koma-Jenseits mit seiner eigenen Affen-Schöpfung auseinandersetzen muß, die ihn dann austrickst und seinen Körper übernimmt und eine riesige Merchandisingattacke mit sich selbst inszeniert.
Das klingt jetzt eventuell gesellschaftskritisch, bietet aber nur haufenweise flache Gags und diverse Slapstickeinlagen, die zwar ordentlich umgesetzt wurden, aber nicht komisch sind. Die Szenen in der Unterstadt bieten so eine Ramsch-Of von Burtons Jenseitsbehörden, wo Whoopi Goldberg den Tod mimt (war ja zu erwarten: such einen superschlechten Film aus und erwarte Miss Goldberg in dem Schrott) und Rose McGowan als Saloon-Kitty (muharhar) immerhin niedlich ausschaut, wenn auch im Vergleich zu den übrigen Alptraummasken etwas billig. Ansonsten hängt da Stephen King rum, der sich gleich selbst spielt, aber dieser Sidegag verläuft auch ins Nichts.
Der größte Schuß in den Ofen ist allerdings die titelgebende Schöpfung selbst, die nicht nur extrem nervig und unwitzig, sondern auch verdammt unsympathisch rüberkommt, interessanterweise noch schlimmer, wenn sie später in Brendan Frasers Körper steckt.
Letzterem und den übrigen Hauptdarstellern kann man allerdings wenigstens in punkto Einsatz nichts vorwerfen, denn Fraser chargiert sich mit voller Wucht durch den Film, was ihn nicht besser macht, aber wenigstens langweilt er sich nicht dabei. Bridget Fonda hat eigentlich nichts Besonderes zu tun, einzig und allein SNL-Star Chris Kattan macht ein paar zusätzliche Einsatzpunkte als Bedarfskörper für Frasers Originalpersönlichkeit. Leider ist Kattans Genick gebrochen (die Zeitungen schreiben von einem „freaky accident“) und seine Organe werden auch bereits entnommen, aber für die komplett anatomisch zerbogene und gebrochene Rumhampelei muß man schon fast Respekt zollen.
Am Ende bietet der Film hundertprozentig überproduzierten Quark, der nirgendwo irgendwann in kein Genre passen will und dementsprechend keine Zielgruppe besitzt, denn Erwachsene werden sich fragen, was der Scheiß soll und für Kinder sind die sexuellen Untertöne zu uninteressant und der Rest ist billiger Klamauk.
Aber jedes Jahrzehnt braucht eben seinen „Howard the Duck“ – hier ist der für das frische Millenium. (2/10)