Der Comic-Zeichner Stu Miley fällt nach einem Autounfall ins Koma und fährt ins Alptraumland der Unterstadt, wo er auf seine Cartoon-Schöpfung, das hyperaktive Äffchen Monkeybone, trifft... und dort nun so lange ausharren muss, bis er im Krankenhaus wieder zu Bewusstsein kommt oder - was wahrscheinlicher ist, da er momentan nur noch künstlich am Leben erhalten wird - seine Schwester Kimmy ihm den Stecker rausziehen lässt. Gemeinsam mit Monkeybone mopst Stu zwar gerade noch rechtzeitig einen der begehrten Ausgangs-Pässe von der Todes-Beauftragten, doch als er endlich auf die Erde zurückkehren will, wird er von dem fiesen Affen übers Ohr gehauen, welcher stattdessen in seinen Körper fährt. In der realen Welt macht sich Monkeybone nun nicht nur in der Gestalt von Stu an dessen Arzt-Freundin Julie ran, sondern versucht auch, ein von dieser entwickeltes Serum in die Finger zu kriegen, um im Auftrag des Schlaf-Gottes Hypnos die Unterstadt mit neuen Alpträumen zu versorgen. Stu kann den Tod überreden, ihn wieder auf die Erde zu schicken, um zu verhindern, dass Monkeybone dort allzu viel Chaos anrichtet, landet dann aber dummerweise in einem just verstorbenen Kunstturner mit gebrochenem Genick, dem gerade auf dem OP-Tisch die Spender-Organe entnommen werden... Bei "Monkeybone" handelt es sich um den einzigen Ausflug ins Realfilm-Fach von Henry Selick, der sonst eigentlich eher für seine Stop-Motion-Animations-Streifen bekannt ist... und den dieser sicherlich ziemlich bereut haben dürfte, denn ihm wurde während der Dreharbeiten nicht nur von Seiten des Studios mächtig reingepfuscht, sondern im Anschluss auch das Recht auf eine finale Schnitt-Fassung verwehrt, was Selicks ursprünglicher Intention, die Comic-Vorlage "Dark Town" vorlagengetreu auf die Leinwand zu bringen, natürlich zunichtegemacht hat. So erklärt sich dann wohl auch die Deskrepanz zwischen den offensichtlich von Tim Burtons "Lottergeist Beetlejuice" inspirierten Szenen im Alptraum-Land und jenen, die in der "realen" Welt spielen und in denen Hauptdarsteller Brendan Fraser ziemlich typisch in der Comedy-Manier der fühen 2000er agiert, denn am Set hatten da wohl mal wieder mehrere Leute das Sagen. That's Hollywood, Baby! Die Verantwortlichen scheinen sich da ergo nicht wirklich sicher gewesen zu sein, welche Zielgruppe hiermit nun genau angepeilt werden sollte und so sitzt das Resultat doch mächtig zwischen allen Stühlen: Für Kids trotz der animierten Titel-Figur teils mal echt zu grotesk, für Erwachsene hingegen zu aufgedreht und flapsig... und so wundert es einen auch nicht, dass "Monkeybone" ein echter Mega-Flop gewesen ist, der bei 75 Millionen Dollar Budget weltweit keine zehn Millionen wieder eingespielt hat. Und dennoch: Seinen schlechten Ruf hat der Streifen irgendwie zu Unrecht, denn so eine filmische Vollkatastrophe wie etwa die ebenfalls um den Dreh rum entstandenen "Battlefield Earth" oder "Freddy Got Fingered" (vermisst noch irgendjemand die Nullerjahre?) ist das Ganze keinesfalls geworden. Ein paar der verbratenen Gags haben da trotz allem echt Biss und der krude Einfall mit dem reanimierten Organspender, der seine Innereien aus der offenen Bauchhöhle über die ganze Stadt verteilt, könnte auch aus einer ganz anderen Sorte von Genre-Film stammen. Sehenswert sind auf jeden Fall ein paar weirde Monster-Kreationen, welche da in einem Mix aus CGI, Stop-Motion und Masken-Effekten umgesetzt wurden und insbesondere Rose McGowan als sexy Katzenfrau, deren simples Make-Up auch nach 25 Jahren noch erheblich besser aussieht als der verstörende Computerwichse-Abfall eines "Cats". Im Zuge von Brendan Frasers Schauspiel-Comeback samt abgestaubtem Oscar hätte es "Monkeybone" heutzutage ob seines bizarren Stylings also durchaus verdient, als die unperfekte, aber skurrile Fantasy-Komödie wiederentdeckt zu werden, die er ist.
6/10