Einer der großen Fantasy-Klassiker des Hongkong-Kinos, einer der letzten wirklich gelungenen Genrebeiträge, bevor solche Themen ab Mitte der Neunziger aus der Fasson gerieten und, wenn überhaupt, nur noch halbherzig angfasst wurden. "Green Snake" - ich erinnere mich noch an eine garstige Schmähung im Splatting Image, damals, der Film sei ausgeleuchtet wie eine italienische Heiligenpostkarte - ist tatsächlich ein märchenhaftes Meisterwerk, wie es Regisseur Tsui Hark hernach nicht mehr übertroffen hat.
„Green Snake“ basiert auf einer alten chinesischen Legende, in der zwei Schlangen menschliche, d.h. unwiderstehlich weibliche Gestalt annehmen (Maggie Cheung und Joey Wong), um in der neuen Haut nach der Liebe zu suchen. Angetan haben es den Verführerinnen ein konfuzianischer Gelehrter und ein überaus tugendhafter Mönch – und als ob diese unglückliche Konstellation nicht schon von dem sich bereits zusammenbrauenden Unheil kündigt, müssen sich die beiden Zauberinnen auch noch in Eifersucht überwerfen. Selbstverständlich ist ein tragisches Finale gewiss.
„Green Snake“ ist ein farbenprächtiges und manchmal sogar überraschend erotisches Spektakel, das einem die Sinne spielend umgarnen kann. Der wunderbar melancholische Soundtrack und die wirklichkeitsentrückten Bildkompositionen sind von traumsuggerierender Brillanz.