Review

Dem Lob für diesen Film kann ich mich nur sehr teilweise anschließen. Es nervt aus Sicht des Zuschauers, dass die Hauptperson des Films unsichtbar und unhörbar bleibt: Mohammed war ja gerade für seine Umgebung ein Mensch aus Fleisch und Blut, kein unsichtbares Phantom wie in diesem Film. Wo er als Thema des Films (ein optisches Medium!) für den Zuschauer sichtbar werden sollte, klafft stattdessen ein Vakuum. So verständlich es ist, dass man hier das Abbildungsverbot des Islam respektieren musste und wollte: Das Ergebnis beweist nur die Unmöglichkeit, unter solchen Voraussetzungen einen Film zu machen.

Das ist nicht die einzige Schwäche des Films. Die ganze Geschichte wird sehr aus einer christlichen Denkweise heraus beleuchtet. Wohl um Zuschauern aus unserem Kulturraum die Identifikation zu erleichtern, werden die Unterschiede bis zur Unkenntlichkeit verwischt. Zweifellos bedeutete auch der Koran für die damaligen Verhältnisse eine soziale Revolution; dass aber seine Soziallehre so haargenau dem Ideal der christlichen Nächstenliebe entspräche, wie dieser Film suggeriert, das stimmt einfach nicht. Hier entwirft der Film ein unrealistisches, christlich verzuckertes Bild vom Kern der islamischen Lehre.

Bei den schauspielerischen Leistungen ragt einzig Anthony Quinn heraus und zieht mit seinem Spiel den Zuschauer auch emotional ins Geschehen. Die anderen Figuren bleiben alle etwas blass und überwinden nie so recht die Distanz zum Zuschauer. Gerade wegen dieser Distanz wirken einige Szenen zu Beginn des Films unnötig brutal, und das ganze Epos weist mit seinen fast drei Stunden doch deutliche Längen auf. Nur weil man es unter den gegebenen Umständen schwerlich besser machen kann, ist der Film noch lange nicht gut.

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