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Wer kennt noch "Rollerball" mit James Caan von 1975? Da gings um Gesellschaftskritik der oberen Zehntausend. Blutige- und gladiatorenähnliche Spiele um Geld, welche das reiche und auch arme Volk beglücken und gleichfalls durch ihre Gewalt im Ghetto für Ruhe sorgen sollte. So konnte man zumindest visuell seine Aggressionen abbauen - sollte man glauben.

15 Jahre später hängen die klassischen Rollschuhe am Nagel, es lebe das Zeitalter der Rollerblades (manchmal auch Rollerskates genannt). Die vier Rollen sind nicht in 2x2 Form wie beim Auto angebracht, sie sind hintereinander angereiht, ähnlich einem Schlittschuh. Ist natürlich cooler. Sieht schnittiger aus und man kann schneller damit laufen/fahren, da sie einfach dynamischer gleiten.

Wie kann man nun also diese Thematik umschreiben, sie aktueller und apokalyptischer machen? Ganz einfach. Die spiele verlagern sich auf die Straße. Sie sind auch keine Spiele, denn in "Rollerboys" gehts um rivalisierende Banden. Die namengebende ist die größte und die gefährlichste, im Grunde aber auch die einzige, denn die Gegner sind die Cops und die wenigen Aufsässigen, welche sich die faschistoide Ideologie der "Rollerboys" nicht anpassen wollen. Faschistoid. Ganz richtig gelesen. Die "Rollerboys" haben nämlich was gegen andere, nicht weiße Rassen. Hinzu kommt, das sie alles, was unter ihrem Niveau ist, hassen und vom Globus entfernen wollen. Dieses Vorhaben treiben sie mittels eigener Drogenküche voran. Sie stellen die Modedroge "Nebel" her, welche ihre Konsumenten extrem abhängig macht, und sie langsam aber sicher von der Welt scheiden lässt.

Das haben die Cops natürlich nicht so gerne, sind aber aufgrund interner Defizite (Korruption) kaum in der Lage, den über allem erhabenen Anfrührer des "Clans", Gary Lee (Christopher Collet), das Handwerk zu legen. Zu gut organisiert und zu brutal gehen sie vor. Da tritt Griffin (Corey Haim) auf den Plan. Ein formidabler Skater und zudem noch ein Jugendfreund von Gary Lee. Die Polizei schafft es, Griffin davon zu überzeugen, sich Undercover in die Gruppierung einschleusen zu lassen.

Regisseur Rick King (Karate Tiger 6) hat nicht viele Filme zum Besten gegeben, hier im vorliegenden "Rollerboys" hat er es aber geschafft, einen stimmigen, apokylptischen und auch überaus harten Endzeit-Actioner zu kreieren. Nette Stunts, versiffte Settings und brauchbare Schauspieler konnte man verpflichten. Sicherlich hatte man mit 80er-Jahre-Ikone Corey Haim einen starken Hauptdarsteller verpflichtet. Der zog mit Sicherheit einige Mädels in die Kinos.

Fazit:

Gelungener Film mit nicht unbedingt innovativer Kernaussage - aber immerhin verfügt der Film über Spannung, Action und macht ne Menge Spass. Überaus schade, das die ungekürzte DVD nur sehr schwer und zu horrenden Preisen zu bekommen ist.

7,5/10

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