Dorothy hat's nicht leicht. Da kommt doch einfach die fiese alte Ms. Gulch auf der Farm von Tante und Onkel vorbei und will ihr ihren kleinen Hund Toto wegnehmen, weil der die alte Schrulle angeblich gebissen hat. Ein aufziehender Sturm sorgt dafür, dass Dorothy dieser Tragödie entkommt – denn sie wird mitsamt Haus in ein fremdes Land geweht. Dort trifft sie auf neue Freunde und eine Hexe, die ihr nichts Gutes will.
Und dort angekommen wird das Bild nicht nur von Farbe durchflutet, es gesellen sich auch Abbilder der zuvor erlebten Figuren zu Dorothy. Eine Vogelscheuche mit dem Wunsch nach mehr Verstand, ein Zinnmann ohne Herz und ein ängstlicher Löwe werden ihre Gefährten auf dem Weg zum Zauberer von Oz, der sie wieder nach Hause schicken soll.
So begibt sich die Zweckgemeinschaft singend durch die bunten Kulissen auf die Reise. Wenn man will, kann man sich offenhalten, wie real dieses ganze Szenario ist, doch macht der von Victor Fleming inszenierte Streifen es einem so leicht, sich von dieser bunt und einfallsreich ausgestatteten Welt gefangen nehmen zu lassen, dass man darüber nicht weiter nachdenken sollte. Einfach nur genießen.
Das gilt auch für die Songs, manche davon haben weitgehende Bekanntheit erlangt, „Over the Rainbow“ ist gar ein Klassiker. Generell sind die musikalischen Einlagen sehr gelungen; nur die Heliumstimmen der Munchkins zu Beginn können schnell auf den Senkel gehen.
Möchte man was kritisieren, findet sich natürlich schon was. Hinwegsehen wollte man darüber, dass der Film stets sichtbar im Studio gedreht wurde und die Hintergründe immer als solche erkennbar sind, mitunter landet sogar der Schattenwurf auf ihnen. Letzteres ist schlampig, schmälert aber im Gesamtbild nicht den positiven Eindruck. Denn die Bauten als auch die gemalten Hintergründe sind ansprechend gestaltet und verstärken die traumhafte Atmosphäre des Films. Wenn es am Ende heißt, dass es zuhause doch am schönsten ist, wirkt das allerdings auch altbacken.
Das Wegrennen vor Gefahren unterstreicht den kindlichen Ton des Films, die Konfliktlösung wächst generell aus simplem Boden. Der märchenhafte Charakter ist dem Film stets immanent. Als Vorlage diente das gleichnamige Buch von Frank Baum, welches sogar schon vorher verfilmt wurde, aber erst mit dieser 1939er Version zu weitreichendem Ruhm gelangte.
Ruhm erlangte auch Judy Garland mit der Rolle, ihre naive Dorothy trägt den Film mit den sympathischen anderen Figuren. Überhaupt ist der Cast, insbesondere Margaret Hamilton als schurkische Hexe, großartig und bietet keine Angriffsfläche.
Die Musik erlangte Bekanntheit, auch heute noch wird dieser Klassiker gerne zitiert und überdies macht er einfach immer noch Spaß, so man dem Szenario etwas abgewinnen kann. „The Wizard of Oz“ ist einer dieser unsterblichen Klassiker in knalligen Farben. Einfach genießen und mitnehmen lassen.