Spike Lee is echt der Hammer. Mehr Innen und Außenansicht über schwarze Kultur und deren vielschichtige Beziehung zur Gesellschaft und der eignen Geschichte, gibt's bei keinem Anderen und das in jedem Film den ich bisher von ihm sehen durfte. (Ok, thematische Ausnahme der großartige "Sommer of Sam")
Der Originaltitel des Filmes ist "Bamboozled", was übersetzt betrügen bzw. Übers Ohr hauen bedeutet und natürlich besser zum Ausdruck bringt worum es hier letztlich, vor allem im großen metasymbolischen Sinne des "schwarzen Mannes" geht. Mit wenigen Worten beschrieben ist, dreht sich die Geschichte des Film im Eigentlichen um dem Sklaven im Menschen unabhängig von seiner Hautfarbe, im Speziellen jedoch um die Spiegelung des sklavische in den Seelengeschichten der amerikanischen "Negros" und deren Image in Filmen.
Man sollte sich anfangs nicht abschrecken lassen. Nach den ersten Minuten von "Bamboozled" war ich auch recht skeptisch, auf Grund der doch recht simple anmutenden Digitalen Optik des Filmes. Nach einer Weile war diese jedoch schon gewohnt und der konsequent simple Stil ergab, alsdann die Bilder der "Minstrel Show" im Film zu sehen sind, umso mehr Sinn, als diese dann in normaler Filmoptik dafür eindeutig deutlich heraus stachen. Die 'substance' gleicht hier den gefühlt Mangel an "style" locker aus. 'Spike Lee' typisch, fühlte sich der Film storytechnisch für mich wie eine stetige konstante Bergauffahrt an, die in einem konsequent dramatischen Finale mündet und an diesem Angekommen, war mein Kopf gefüllt mit prägnanten Bildern und einer Geschichte, die wie immer bei "Herr Lee" eine ganz und gar Runde Sache mit ordentlich dialektischer Nahrung ist.
Den Film im Original mit englischen Untertiteln zu schauen, sollte beim Slang der Lee Filme natürlich obligatorisch sein, sonst sind Authenzititätslücken garantiert.