Review

"Als das Morden begann" (so der Titel, unter dem der Film auf Arte lief) behandelt das selbe Thema wie der weit bekanntere "Hotel Ruanda" - nur mit dem Unterschied, dass hier das Ergebnis um Lichtjahre besser geworden ist!
Denn im Gegensatz zum viel zu kitschigen und wenig ergreifenden "Hotel Ruanda" setzt "Als das Morden begann" vor allem auf gnadenlosen Realismus. Der Völkermord im afrikanischen Ruanda 1994 wird hier von vielen verschiedenen Seiten her beleuchtet, nicht nur aus der Sicht einer einzigen Familie. Auf die sonst für solche Filme leider typische Schwarz-weiß-Malerei wird komplett verzichtet, der Film erspart sich zumeist Anklagen und Schuldzuweisungen. Hierbei ist lediglich die Kritik an der unentschlossenen Haltung der USA etwas zu dick aufgetragen: denn natürlich ist es wahr, dass die Vereinigten Staaten durch ihr viel zu zögerliches Verhalten nur wenig Grausamkeiten verhindern konnten - andererseits sind diejenigen, die dies angprangerten, dieselben Leute, die heute das Eingreifen im Irak verurteilen...
Aber das nur am Rande, denn ansonsten wahrt der Film einen erfreulich sachlichen Blick auf das Grauen des Bürgerkrieges - und gerade diese Sachlichkeit ist es, die einen bis ins Mark erschüttert! Wo in "Hotel Ruanda" das Grauen zumeist nur herbeigeredet wurde, so wird es in "Als das Morden begann" auch gezeigt. Und diese schonungslose Darstellung kann einen bisweilen zu Tränen rühren. Hier gibt es kein Happy-End, Hauptprotagonist Augustine findet am Ende nicht seine Familie wieder. Die Macher haben den Mut bewiesen, keine faulen Kompromisse einzugehen: selbst die Kinder werden eiskalt getötet (anders als in "Hotel Ruanda") - das ist natürlich grausam, aber eben auch Realität. Und diese Realität darf man nicht schönigen!

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