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Da ist es nun, das Remake eines der umstrittesten "Spukhaus"-Filme der letzten Jahre. Stuart Rosenberg setzte die damalige Geschichte um den psychopathischen Familienmörder R. Defeo in seiner Version des "Amityville Horror" mehr oder weniger gekonnt um. Dabei konnte sein 79er Werk schon damals ordentlich Punkte sammeln, scheinen doch verfilmte "Tatsachen" immer ein Garant für ein potentielles Publikum zu sein.
Ob nun "wahr" oder reine "Spekulation" sei mal dahingestellt. Fakt ist, der damalige "Amityville Horror" war atmosphärisch dicht in Szene gesetzt, konnte mit guten Kamerafahrten überzeugen sowie brauchbaren Darstellern. Vor allem James Brolin, welcher den "George Lutz" verkörperte, nahm man seine Rolle absolut glaubwürdig ab. Der Film selber war an sich sehr schön erzählt und auf irgendeiner Weise konnte man langsam aber sicher in die umstrittene Geschichte des Hauses eintauchen. Das irgendwo präsente "Böse" war spürbar, obwohl im Film selbst nie ewtas extrem spannendes passiert war.
Das sollte nun mit dem Remake anders werden. Michael Bay, der schon das TCM Remake produzierte und ordentlich von Marcus Nispel in Szene setzen ließ, holte sich hier Andrew Douglas ins Boot, der dem etwas angestaubten "Amityville" Mythos, neue Impulse verleihen sollte.
Mit Ryan Renolds im Gepäck hat man auch schon einen absolute Top-Bestzung an Bord, welcher die Rolle von George Lutz glaubwürdig verkörpert. Aber die anderen Akteure sind nicht weniger schlecht und machen ihre Darbietung sehr gut. Aber was bietet das Remake gegenüber dem Original??
Zum einen natürlich die absolute Top Optik des Streifens. Die Shots und die Kameraeinstellungen sind absolut Top. Der Score des Films von Jablonsky sorgt für ordentlich Stimmung und ist ständig präsent. Die Outdoortakes um das Haus sind sehr gelungen, das Haus ist somit zumindenst Optisch, oft genug im Bilde.
Das Original versuchte dem Zuschauer das dort ansässige "Böse", welches wohl im Hause lebt näher zu bringen, was meiner Meinung nach auch sehr gut gelang.
Da das Original auch gut und gerne knapp 20 Minuten länger ging, war auch hier mehr Spiel für gewisse Handlungsfreiräume, welche dem Remake fehlen. Auf die Charaktere im Remake wird weniger eingegangen, George wird vom Haus schneller im Besitz genommen als noch im Original, was auch zur Folge hat, daß der Film viel schneller in Fahrt kommt.
Im groben und ganzen wird die Story des Originals von Douglas treu beibehalten, aber um einige Nuancen erweitert. Schließlich möchte ja bei einem Remake, niemand eine exakte 1:1 Kopie des Originals sehen.
Neben der schon erwähnten brillianten Optik punktet der Film mit Schockmomenten, wie sie so zahlreich vertreten, schon lange nicht mehr zu finden waren, genial.
Wenn die obligatorische Uhr des Weckers 3:15 zeigt ,ist es wieder soweit und es folgt wieder irgendein gut platzierter Shock. Diese Shocks ebben aber irgendwie nicht ab, sondern es wird versucht, dem immer wieder einen drauf zu setzen. Viele empfinden dies als störend und sind der Meinung, daß man sich an diese Situation zu schnell gewöhnen kann. Ich aber war ehrlich gesagt überrascht, wie facettenreich diese Shocks eingesetzt werden, so daß ich dies nicht als Übel bewerte, sondern als Pluspunkt.
Und dies ist im Grunde auch alles das, was das Remake auzeichnet. Was soll man auch noch groß erwarten und schreiben? Die Story ist bekannt und wird fast 100% beibehalten aber gewisser Maßen positiv erweitert. Die Locations stimmen und sind atmosphärisch dicht in Szene gesetzt. Ob nun das Haus selbst oder die gut platzierten Shocks, im Grunde wurde alles richtig gemacht und somit kann das Remake ganz klar punkten. Einzig allein das eigentlich präsente "Böse" um das Haus selbst, wurde damals von Rosenberg besser zur Geltung gebracht.
Abschließend bleibt ganz klar zu konstatieren, daß Michael Bay ein Top Remake produziert hat, welches sich wohltuend von anderen Remakes abhebt. Sein TCM Remake war schon klasse aber unterm Strich ist "Amityville Horror" ganz klar besser in Szene gesetzt.

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