Review

"The Amityville Horror"...und das Ausschlachten der angeblich wahren Geschichte nimmt kein Ende.
Familie zieht in ein Haus in dem es vor einigen Jahren ein Blutbad mit 4 Leichen gab. Bald erscheinen dem Mann im Hause seltsame Visionen und aus dem Keller flüstert man ihm das er seine Familie töten soll.
Ich weiß nicht wie oft ich das "Based on a true story" im Rahmen des Hypes für diesen Film gehört hab, aber als ich dies schließlich ganz fett vor Anfang des eigentlichen Films auf der Kinoleinwand sah verging mir schon alles. Und dieses Gefühl..dieses.. 'Warum hab ich hier Geld für ausgegeben?'-Gefühl zog sich auch nur den ganzen Film durch und wurde auch kein einziges Mal auch nur ansatzweise unterbrochen. Grusel - Fehlanzeige. Man hat vielmehr das Gefühl das der Regiesseur rumexperimentieren wollte wie man geschickt Gruselelemente aus anderen Filmen klaut und dann so umbastelt das sie neu und schockierend wirken. Doch aus dem Ganzen wurde nichts, Amityville fängt langweilig an, bleibt langweilig, und endet langweilig. Es gibt nicht einmal Spannung, da der Film von vorne bis hinten durchschaubar ist, nicht einmal Schockeffekte sorgen dafür den Zuschauer ein mulmiges Gefühl zu geben. Auch die Story entwickelt sich seltsam, anfangs zu schnell und am Ende zu langsam. So wirkt der Sprung vom 'normalen' Mann zum 'besessenen' Mann viel zu rasant und detailarm, während hingegen die Zeit in der er besessen ist zu lang und einfallslos ist. Alles was passiert, jedes Verhaltensmuster, alles ist aus anderen Filmen mit einer ähnlichen Thematik bekannt ('Darkness' kann hierbei wohl gut erwähnt werden). Auch die Rolle des Priesters wirkt eher lächerlich als schockierend, irgendwie so, als wolle man ein Klischee aus Horrorfilmen übernehmen ohne zu wissen was es für eine Bedeutung hat. So als würde man eine Tatsache abschreiben und die Begründung völlig neu erfinden. Ebenso unfreiwillig lustig die Szene in der der Mann mit dem 12jährigen Jungen Holz hackt und der Junge das Holz festhalten soll. ~Eigentlich~ dient diese Szene ja zur Anspannung der Gesamtatmosphäre, ich hingegen musste mich zusammenreisen bei den Worten 'Wir sind Freunde! Wir haben Spaß!!' nicht laut loszulachen. In Sachen Atmosphäre hat der Film völlig versagt, ebenso in Bezug auf Spannung und Erzählweise. Die Darsteller sind gut und setzen den Schund aus dem Drehbuch so gut wie möglich durch und auch der OST wird eigentlich nie unpassend eingesetzt.
Das die im Film geschilderten Ereignisse wirklich wahr sind bezweifle ich enorm, vermutlich kann man die Zeile 'Based on a true story' so deuten, dass der Film auf einer wahren 'Familie-glaubt-das-es-in-ihrem-Haus-spuckt-und-macht-auf-wahnsinnig'- Geschichte beruht und auf diesem 'wahren Fundament' eine völlig fiktive Story aufbaut. Ähnliches kennt man ja von Filmen wie dem 'Texas Chainsaw Massacre'.
Insgesamt ist ' The Amityville Horror' nicht zu empfehlen. Der Film bringt nicht das was er bringen soll bzw. bringen müsste. Er wird seinem Hype nicht gerecht und ist für Leute die Lust auf einen Horrorfilm haben pure Zeitverschwendung. Alle anderen die irgendwann in der Videothek einen 3. Film suchen um das '3 DVDs zum Sonderpreis'-Angebot zu bekommen, können ruhig einen Blick reinwerfen und notfalls stellenweise gut lachen (:

4/10

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