Ryan Reynolds wird von bösen Geistern in den Wahnsinn getrieben.
Story:
Im November 1974 wurde in Amityville die Familie DeFeo grausam vom ältesten Sohn ermordet. Der hatte angeblich "Stimmen" gehört, die ihm die Morde befohlen hatten. Ein Jahr später - Kathy Lutz (Melissa George) und ihr Zweitehemann George (Ryan Reynolds) wollen zusammen mit den 3 Kinden in eben dieses Haus einziehen, unwissend um die Vorgänge. Schon nach kurzer Zeit wird klar, dass irgendetwas mit dem Haus nicht simmt. George benimmt sich zusehends merkwürdig, fängt grundlos Steit mit den Kindern an und zieht sich immer weiter zurück. Tochter Chelsea hat eine imagninäre Freundin namens Jody, die eines der Opfer war. Bis die ganze Wahrheit ans Licht kommt, ist es fast schon zu spät, denn George ist drauf und dran, ebenfalls seine Familie ins Jenseits zu befördern...
Das Remake des gleichnamigen '79er Klassikers kann von Anfang an begeistern. Ohne große Längen wird von Anfang an ordentlich Tempo gemacht. Nach einer kurzen Einleitung zieht Familie Lutz auch schon in das verfluchte Haus ein und die Spannung wird konstant obengehalten. Dazwischen gibt's immer wieder schöne Schockeffekte zu sehen, die es teilweise wirklich in sich haben und auch (sehr überraschend) nicht mit Blut geizen. So sieht man die Ermordung der Familienmitglieder zu Beginn recht deutlich und auch zwischendurch kommen immer wieder mal gruselige Gestalten ins Bild gehuscht, die sich nicht gerade im besten Zustand befinden.
Der größte Vorteil gegenüber dem Original (das ich nicht kenne) dürfte wohl die kurze Laufzeit - netto nicht mal 80 Minuten - sein. Da bleibt kein Platz für irgendwelche Charaktervorstellungen oder sonstiges Bla Bla, sondern es wird nur konsequent die Story erzählt. Ich finde es auch gut, dass die Schockeffekte so relativ kurz hintereinander kommen, da sonst die Wirkung meistens schon verpufft ist, wenn zuviel Zeit dazwischen vergeht. Das ist hier absolut nicht der Fall und beinahe alle 2-3 Minuten darf man zusammenzucken. Dazu kommt die die stimmige Atmosphäre, die das Haus vor allem Nachts perfekt einfängt.
Schauspielerisch kann vor allem Ryan Reynolds beeindrucken. Vom "Party Animals"-Kasper ist hier jedenfalls nichts mehr übrig geblieben. Die Wandlung vom Normalo zum Psycho bringt er mehr als glaubwürdig rüber und erinnert dabei fast schon ein bisschen an Jack Nicholson in "Shining". Die übrigen Darsteller tun dann ihr übriges, um das Gesamtbild abzurunden und liefern ebenfalls sehr gute Performances ab. Der Soundtrack ist ebenso gut gewählt wurden und heizt die eh schon beklemmende Stimmung noch weiter an.
Fazit: Ein Remake nach Maß, ohne überflüssigen Schnick-Schnack. Endlich hat "Ju-On" mal einen würdigen Gegner im Kampf um den Genrethron gefunden, auch wenn man die beiden Filme vielleicht nicht direkt miteinander vergleichen kann. Da es auch genug blutige Schockeffekte gibt und die Laufzeit schön kurz ist, ist eine hohe Bewertung mehr als gerechtfertigt.
9 von 10 Punkten