Review

Die Fortsetzung von Rob Zombies Splatterfest 'House of Thousand Corpses' ist da.
Die Killerfamilie wird von der Polizei aufgespürt und in einem Landhaus das einem Horrorkabinett gleicht unter Beschuss genommen. Bruder und Schwesterchen überleben den Wahnsinn, während die Mutter verhaftet wird. Gemeinsam mit ihrem Vater, einem Clown der mitten in der Wüste lebt, starten die beiden eine blutige Reise über den Highway von Texas, stets auf der Flucht vor der Polizei.
Im Prinzip hätte dieser Film von Rob Zombie ein sehr lustiger bzw. netter Splatterfilm werden können. Doch die Dinge die dem Zuschauer hier geboten werden sind in meinen Augen arg übertrieben. Der Zuschauer wird nicht nur mit grausigen Folterszenen konfrontiert, die weniger durch den Goregehalt sondern vielmehr durch ihrer dinglichen Grausamkeit geprägt sind, sondern auch mit Szenen der Erniedrigung die weit von gutem schwarzen Humor entfernt sind. Was in meinen Augen besonders unangebracht ist, ist die Tatsache das die drei Protagonisten trotz der Tatsache das sie sinnlos mordend durch das Land ziehen und Menschen zerschnetzeln stets wie eine glückliche Familie geschildert werden. Spätestens ab dem Zusammentreffen zwischen den zwei Geschwistern und dem Vater verfließt die moralische Grenze zwischen Recht und Unrecht. Was übrig bleibt ist eine Aneinanderreihung von Gewaltszenen übelster Sorte. Das ganze endet schließlich in einer Konfrontation mit der Polizei in der unsere 'Helden' den finalen rebellischen Heldentod sterben. Hinzu kommt ein Polizist der die Jagd auf die Gruppe aus persönlichen emotionalen Gründen startet und während des Films zu einer nicht minder grausamen Folterbestie mutiert. Was folgt ist Gewaltverherrlichung in ihrer krassesten Form, denn der Unterschied des Films zu seinem Vorgänger ist der, das in diesem Film jedlicher fiktiver Horrorfilm-Charakter fehlt. Die Gewaltszenen wirken durch ihren Schnitt und ihre Soundeffekte deutlich realistischer als in manch anderem Film dieses Genres (im Prinzip vergleichbar mit den Kampfszenen in 'Fight Club' die ebenso drastisch und authentisch wirken). Auch wenn dies ein Horrorfilm sein soll, bzw. viel mehr ein Psycho-Road-Movie ist, so denke ich das Rob Zombie mit diesem Werk ganz klar einen Schritt zu weit gegangen ist. Ich bin auch davon überzeugt das dieser Film nicht die Aufgabe hat irgendetwas zu kritisieren - übrig bleibt ergo nur ein Blutbad ohne Sinn und Verstand und mit einem Humor der zwar schwarz - in meinen Augen aber ohne Qualität ist.
Dennoch bietet der Film davon ganz abgesehen wirklich sehr gut gestaltete Goreffekte, das kann man kaum leugnen, ziemlich gute Schauspieler (allen vorran Ken Foree) und einen Road-Movie typischen Soundtrack.
Insgesamt kann ich mich im Prinzip dennoch nur wiederholen: In meinen Augen hat Rob Zombie hier übertrieben. Anders als Sin City ist der Film durch seine Gewalt auch nicht provokant, sondern wirkt einfach nur blutgeil und scheint damit seine Zuschauer locken zu wollen. Wer schon Spaß mit House of 1000 Corpses hatte, der wird auch hier seinen Spaß finden, für zartbesaitete Zuschauer und Zuschauern die bei einem Horrorfilm mehr als Blut und Folter sehen wollen ist dieser Film mit ziemlicher Genauigkeit absolut garnichts. Und die sich dauernd wiederholenden Kraftausdrücke gehen einem nach spätesten 50 Minuten tierisch auf die Nerven.

3/10

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