Der König des Abwasserkanals ist ohne jeden Zweifel Rob Zombie, der es hier unten nach einer meritenlosen Karriere als Rocker bereits mit seinem Debüt, „The House of 1000 Corpses“ ordentlich weit gebracht hatte. Mit THE DEVIL’S REJECTS setzt er nun einen echten Meilenstein in diese Abgründe – das mit beeindruckend gemeisterter Stilvariation direkt an die Handlung des Vorgängers anknüpfende Sequel ist einer der niederträchtigsten Abgesänge an die hohlen Moralkodizes des abendländischen Kinoschaffens - goregeously depraved. Zombies degenerierter, aus Überzeugung inzüchtiger Hinterwäldlerklan, die Fireflys, funktionieren auch als Medienkonstrukt – zwischen reißerischer Berichterstattung und den Referenzen auf die Marx Brothers, die die Ermittler heranschaffen. Auf ihrer Flucht vor der unerbittlichen Rache der Staatsgewalt sind die Fireflys beängstigend fleischlicher als die Natural Born Killers, die Oliver Stone in seiner verheuchelten Medienschelte quer durch die USA hetzen ließ. Dezidierter noch wird in die Gräben zwischen Recht und Unrecht defäkiert. Schließlich geben beide Seite ihren unterdrückten Obsessionen nach, und Zombie argumentiert sich aus der leidigen Debatte, wie die Monster zu Monstern geworden sind, zu der Frage, was uns selbst schließlich genau wie sie, wie Monster, macht. Nein, Rob Zombie hegt mit THE DEVIL’S REJECTS kein bisschen hehren Anspruch, aber es schadet ganz gewiss nicht, wenn man solcherart ein wenig weiterdenkt, nachdem man sich eingestanden hat, dass man sich durch Szenen wie jene, in der eine schon etwas in die Jahre gekommene Country-Bardin mit vorgehaltener Wumme gezwungen wird sich zur Hure zu machen, schon ein bisschen erregt gefühlt hat.