Drei Jahre zuvor machte Regisseur, Produzent und Drehbuchautor Rob Zombie mit " Haus der 1000 Leichen " auf sich aufmerksam. Mit seinem besonderem und vor allem eigenen Stil brachte er den Film sogar in die Kinos, " The Devils´s Rejects " stellt die Fortsetzung dar und eine Gelungene dazu. Zombie hatte hier ein wesentlich größeres Budget und auch mehr Ideen. Während man sich im Erstling mehr auf den puren Horror konzentrierte, so wird uns hier eine interessante Mischung aus Roadmovie, Action und Horror geboten, wobei der letzte Part nur bedingt funktioniert. Aber Zombie´s zweite Regiearbeit hebt sich deutlich von anderen Werken dieser Art ab. Vor kurzem hat Zombie " Halloween " abgedreht, ein weiteres, aber sehr vielversprechendes Sequel zu Carpenter´s Horrorreihe. Alle Projekte bekam er von Lions Gate finanziert und durch die gute Werbung jener besagten Firma, gab es nicht nur Direct To DVD Auswertungen. Ich denke wir werden in Zukunft noch viel von Rob Zombie hören und ich für meinen Teil habe auch nichts dagegen. Seine Filme stellen bisher eine erfrischende Abwechslung in den Genren dar und man sieht auf den ersten Blick, dass der Mann sein handwerk bestens versteht.
Fazit:
Sheriff Quincy Wydell (William Forsythe) setzt sich über alle Gesetze und Regeln hinweg um der Familie Firefly endlich den Gar auszumachen. Damals wurde sein Bruder von ihnen ermordet. Bei einem großen Polizeieinsatz auf der abgelegenen Farm kann er zumindest Mother Firefly (Leslie Easterbrook) festnehmen, doch Baby (Sheri Moon) und Otis (Bill Moseley) können entkommen. Zusammen mit Captain Spaulding (Sid Haig) gebinnt bald ihre Flucht durch das ganze Land. Dabei hinterlassen sie eine deutlich sichtbare Blutspur. Aber Wydell ist zu allem bereit und schreckt sogar vor Mord nicht zurück. Es gelingt ihm sogar bald die Kleinfamilie zu fassen, aber er hat die Sippe eindeutig unterschätzt.
Die Fortsetzung hat mit dem Original nur noch die Figuren gemein. Es geht erneut um die sadistische Familie Firefly, welche mittlerweile schon über 75 Morde auf dem Kerbholz hat. Hier sieht man, dass sich Zombie schon stark an " Texas Chainsaw Massacre " bedient hat, zumindest was die Familie und die einsame Farm angeht. Ansonsten benutzt er seinen eigenen Stil, was wir vor allem bei der Optik zu Gesicht bekommen. Nur übertreibt er es hier kaum mit den Stilmitteln, den Erstling hatte er leider überfrachtet. Aber hier setzt er doch gekonnter seinen besonderen Fast und Slow Motion Sequenzen, plus die speziellen Kamerawinkel ein. Nur die Schlussphase a la " Bonny und Clyde " wurde zu stark mit Zeitlupe untermalt, hier hätte das Originaltempo deutlich besser gepasst. Aber bis auf ein paar kleine Fopas hat Zombie sehr gut Arbeit geleistet. Er übertüncht die eher konventionelle Story wirklich gut und inszeniert obendrauf ohne Längen und mit hohem Tempo. Nur der Horror will nicht so recht funkionieren, darunter leidet natürlich die Spannung, welche sich aber auf gutem Niveau halten kann. Einige Folterungen, oder sadistische Szenen gibt es auch hier zu sehen, obwohl man gegenüber zum heftigerem Vorgänger, doch zurückgeschraubt hat. Zudem hat man hier diesen sarkastischen und vor allem schwarzen Humor ausgebaut. Es gibt doch einige Brüller und tolle Onliner, wobei auch das typische Machogeschwätz dabei ist, hierbei dürfen die Schimpfworte natürlich nicht fehlen. Warum man in solchen Filmen aber immer die Bibel zitieren muss, oder einfach mal nicht auf dieses Gott Geplänkel verzichten kann, verstehe ich absolut nicht. Aber es hält sich in Grenzen.
Auf einige Goreeinlagen muss man nicht verzichten, welche auch noch sehr professionel aussehen und nicht mit Härten geizen. Die Action ist zwar sparsam gesetzt, hat es aber in sich, ganz besonders der Anfangsshootout auf der Farm. Daneben gibt es kleinere Keilereien, einige Folterungen und das überdramatische Finale. Ich hätte mir hier noch eine richtige Verfolgungsjagd gewünscht. Der Score bleibt und geht es noch so heftig zur Sache, immer ruhig und gediegen. Wie in den 80er Jahren werden noch ganze Songs während des Films gespielt, welche hauptsächlich aus dem Country Bereich kommen.
An den Darstellern gibt es nicht zu meckern. Die beste Leistung erbringt eindeutig Sid Haig. Sein humorvolles Auftreten, seine sympatische Art gefallen einfach gut. Hier hat er viel mehr Screentime als im Vorgänger. Aber auch Bill Moseley und Sheri Moon machen einen guten Job. William Forsythe ist zudem eine Topbesetzung als rachedürstiger Sheriff und in Nebenrollen sind Michael Berryman, Ken Foree und Danny Trejo zu sehen.
Fazit:
Eine absolut würdige Fortsetzung mit toller Optik und einigen heftigen Szenen. Über die Story lässt sich hinwegsehen, weil die Inszenierung top ist. Temporeich, schnörkellos und mit netten Einfällen versehen. Die Darsteller verkörpern ihre Rollen perfekt, die restlichen Details stimmen auch größtenteils. Hin und wieder stören die Stilmittel und ein bisschen mehr Action hätte nicht geschadet. Trotzdem bietet dieser spezielle Misch Masch tolle Unterhaltung und braucht sich vor dem Vorgänger nicht zu verstecken.