Die sadistische Familie Firefly, die für den Tod von hunderter Opfer verantwortlich ist, ist aufgeflogen. Eine Horde Cops stürmt ihr Anwesen unter der Führung von Sheriff John Quincy Wydell (William Forsythe). Bei der folgenden Schießerei wird Mutter Firefly (Leslie Easterbrook) gefangen genommen, doch Otis (Bill Moseley) und Baby (Sherri Moon Zombie) gelingt die Flucht. Von nun an werden sie gnadenlos von Wydell gejagt, der noch eine persönliche Rechnung mit ihnen offen hat und schlagen sich mordend durch Amerika.
Mit dem Nachfolger zu "House of 1000 Corpses" liefert Rob Zombie einen Film ab, der sich keinem festen genre zuordnen lässt und begeht im direkten Vergleich mit dem Vorgänger einen Stilbruch. Während "House of 1000 Corpses" noch ein Terror-Horror-Film war, der von einer außergewöhnlichen Optik und seinen Charakteren lebte, geht "The Devil's Rejects" andere Wege. Zunächst einmal zu der Konstante, die sich durch beide Filme hindurch zieht: Der Familie Firefly. Zombie erschuf mit diesen Charakteren Antihelden, wie sie es selten zuvor im Genre gab. Obwohl sie sich den ganzen Film über hochgradig sadistisch verhalten, baut der Zuschauer dennoch Sympathien zu ihnen auf. Die Familie wird von Bill Moseley als Otis, Sid Haig als Captain Spaulding und Sherri Moon Zombie als Baby aber auch hervorragend verkörpert. Man hätte kaum bessere Schauspieler casten können, denn diese bringen das abgefuckte White-Trash-Image hervorragend zur Geltung. Selbstverständlich gilt dies auch für Leslie Easterbrook als Mother Firefly, der aber im Film etwas weniger Screentime eingeräumt wird. Als Gegenspieler tritt dann William Forsythe als Sheriff John Quincy Wydell in Erscheinung und schafft es durch sein fast schon fanatisches Spiel die Sympathien für die Antihelden zusätzlich zu erhöhen. Auch in den Nebenrollen ist Zombies Werk großartig besetzt und wartet unter anderem mit Danny Trejo, Kane Hodder (bekannt als Jason aus Freitag der 13. Teil VII- Jason im Blutrausch) und Matthew McGrory (bekannt aus Big Fish) als Tiny auf, der leider nach den Dreharbeiten verstarb und dem der Film gewidmet ist, auf.
Auch die Bilder sprechen für sich und neben dem Look des Films, der stark an Filme aus den 70er Jahren erinnert, gibt es auch die ein oder andere Anspielung auf andere Filme, wie z.B. auf TCM 2, wo auch ein abgeschnittenes Gesicht aufgesetzt wird. Auch die Übergänge in den einzelnen Szenen wissen zu gefallen, denn Zombie verwendet hierbei ab und an Fotos um die Opfer vorher zu zeigen und schafft soit einen krassen Kontrast zu den Gescehnisen, die sich augenblicklich ereignen. Diesem realistischeren Setting ist dann auch geschuldet, dass Dr. Satan aus dem Vorgänger nicht mehr auftaucht, da er nicht in diesen Film gepasst hätte.
Der ganze Film wird von einem hervorragend ausgewählten Soundtrack untermalt, der sich im Country-Bereich großzügig bedient und am Ende in "Freebird" von Lynyrd Skynyrd gipfelt. Dies zeigt auch, was der Film in meinen Augen ist: Ein Roadmovie über Freiheit, denn welche Freiheit ist ultimativer, als einfach zu tun, wonach einem ist, egal was mit anderen ist?
Hier ist dann aber auch ein Problem zu sehen, der die Freigabe "Keine Jugendfreigabe" verwunderlich macht: Im ganzen Film gibt es keine einzige positive Identifikationsfigur. Die Sympathien liegen bei Familie Firefly, die sadistisch mordend durch's Land zieht. Dieser Sadismus wird dann auch in aller Deutlichkeit und in Nahaufnahmen gezeigt, was die Freigabe nur noch verwunderlicher macht. Der Film ist harter Tobak und muss sich nicht hinter anderen Schockern, wie "The Hills Have Eyes (2006)" verstecken.
Mir persönlich gefällt er etwas besser als sein Vorgänger, obwohl die beiden Filme nicht direkt vergleichbar sind.
10/10