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Wie der blanke Horror in einer Höhle funktionieren kann, hat "The Descent" eindrucksvoll bewiesen, während im selben Jahr ein ähnlich gelagerter Streifen von "Asylum" produziert wurde, der bis auf die billigen Computereffekte fast wie ein C-Movie aus den Achtzigern anmutet.

Zwei Pärchen (unter anderem Edward Furlong und Cerina Vincent) machen sich auf, in einer Höhle an der mexikanischen Grenze einen Drogendeal über die Bühne zu bringen. Doch kurz nach der Übergabe stirbt jemand auf unerklärliche Weise, während Teile des Weges versperrt scheinen. Geister aus dem Zwischenreich haben die Jagd auf die jungen Leute eröffnet...

Eigentlich ist es bedenklich, wenn ein Streifen beinahe zehn Jahre nach Fertigstellung erst jetzt in Deutschland erscheint. Und tatsächlich spricht das einmal mehr Bände über die Qualität, denn hier hat Regisseur Andy Lauer so ziemlich alles in den Sand gesetzt.
Die Figurenzeichnungen tendieren gegen Null, die Bedrohung in Form von CGI-Nebel, leuchtenden Skeletten und huschenden Geisterschatten fällt beinahe nichtig aus und ein altgedienter Mime wie Steve Railsback erhält als Drahtzieher des Bösen viel zu wenig Screentime, da er als einziger ein wenig Charisma mitbringt und die wenigen passablen Szenen auf sein Konto gehen.

Ansonsten ermüdet das Treiben, welches nahezu ausschließlich in den schlecht ausgestatteten Höhlengängen spielt im Verlauf merklich: Wege sind durch Geröll versperrt, man streitet sich über den günstigsten Weg, billiges Kunstblut läuft aus einem Mauerspalt und dazwischen huschen kleine Bedrohungen, die unsere Überlebensgruppe jedoch nie direkt angreifen.
Bei alledem fällt der Score fast gar nicht auf, die einfältigen Dialoge inklusive nervigen Geschreis von Furlong nerven auf Dauer und am Ende handeln die letzten Überlebenden kollektiv zu dämlich, um überhaupt ein Mitfiebern zu ermöglichen.

Zwar wird final noch ein wenig Hintergrund in die dünne Geschichte gepackt, kleine Flashbacks sind zumindest ordentlich in Szene gesetzt und die wenigen Splattereinlagen wie Messer im Hals, durchtrennter Körper und offener Schädel können sich sehen lassen, zumal hier weitgehend auf Computereffekte verzichtet wurde.
Ansonsten packt die Story jedoch zu keiner Zeit, spannende Einlagen sind an zwei, drei Fingern abzuzählen und wodurch der mexikanischen Legende nach ein Intermedio entsteht, weiß man hinterher auch nicht.
2,5 von 10

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