Review

Filme starten oftmals wie zufällig in Paaren, wie es zu diesen inhaltlichen Verwandtschaften zum gleichen Zeitpunkt kommt, lassen wir mal unergründet – auf jeden Fall ist „The Cave“ der kleinere Bruder von „The Descent“ und damit befinden wir uns also auch bei diesem Film im Bereich des Höhlenhorrors.

„The Descent“ konnte ja auf atmosphärischem Sektor ganz neues Terrain erschließen, indem er fünf Frauen auf einer Höhlentour in eine Todesfalle unter der Erde lockte, wo sie zum Opfer einer Rasse von akustikgetriebenen Albinomonstern wurden.
„The Cave“ scheint das Thema professioneller anzugehen, hier macht sich eins der besten Höhlentauchteams der Welt daran, in Transsylvanien den Untergrund eines Berges zu erkunden.

Generell habe ich „The Cave“ zu Beginn als angenehmer empfunden, was daran liegt, das die Figuren trotz leichter menschlicher Konflikte alle sehr professionell und kompetent vorgingen. Dazu kommt, dass Bruce Hunt und seine Kameraleute den Zuschauern durchaus einiges vorzaubern, wenn es um die wunderschöne Unterwasserwelt geht.
Und man muß auch nicht lange warten, bis die weißen Bestien auch hier auf Jagd gehen, so dass es keine lange Vorwärmzeit gibt.

Doch so wenig klischeehaft und vorausberechenbar die Figuren auch agieren, mit zunehmender Spielzeit verkümmert das Interesse des Zuschauers zunehmend.
Und das liegt gerade an der allseits vorhandenen Kompetenz – denn wo die Schwächen nicht so sonderlich gut ausgeführt sind, mag man sich um die Einzelschicksale auch nicht recht kümmern – man schert sich bald einen Dreck darum, wer das nun überlebt.

Zum Glück ist auch „The Cave“ nur knapp über 90 Minuten lang, so dass man keine Durststrecken zu überwinden hat, aber etwas mehr Schauspielercharisma hätte man sich schon gewünscht.
Doch leider, leider : wo „The Descent“ dem Realismus (und der Bestie im Menschen, wenn es ums Leben geht) immer treu blieb, verlegt sich „The Cave“ auf einen Parasitenkokolores, der ein Mitglied der Gruppe langsam zur Bestie mutieren lässt, welcher natürlich gewisse Vorteile gegenüber den Verfolgern besitzt. Selbiger Parasit muß dann auch noch für den herzhaft blöden Schlußgag herhalten.

Es nützt also nichts, die tollsten Sets vorzuführen, einige hervorragende Kletter- und Tauchvorgänge zu präsentieren und mit den geflügelten Bestien mal eine nette Vampir-Variante zu bieten (Piper Perabos Kampf mit der Bestie am Seil ist dann auch ein echtes Highlight), irgendwie muß das alles noch überzeugend rüberkommen.
Und da ist „The Cave“ leider manchmal zu dürftig. Ein schöner Bildertrip trotzdem und manchmal auch recht spannend. (6/10)

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