Ein rumänisches Forscherteam stößt in den heimischen Wäldern unter einer Abtei auf ein enorm großes Höhlensystem, in dem vor rund 30 Jahren mehrere Menschen verschüttet wurden. Man fordert ein amerikanisches Team aus Wissenschaftlern und Höhlentauchern an, die schließlich in den Tiefen des Labyrinths eine Basis errichten, wo sie jedoch feststellen müssen, dass sie nicht allein sind. Als dann auch noch der Rückweg blockiert wird, beginnt für das Team ein gefährlicher Irrweg durch das verzweigte Höhlensystem.
"The Desecent" war einer der besten Horrorfilme seit der Jahrtausendwende und fesselte mit seiner düsteren Atmosphäre und den dunklen Höhlensystemen, in denen er gedreht wurde über die volle Laufzeit. Dass wohl Nacharmer auf den Plan treten würden, war bereits früh klar, zumal gute Grundideen im Horrorgenre mittlerweile überaus rar geworden sind. Sein Vorbild erreicht "The Cave" trotz des stattlichen Budgets von 30 Millionen Dollar zwar nicht, bietet aber dennoch gute Unterhaltung.
Die Aufnahmen des Höhlensystems sind optisch hervorragend gelungen und perfekt inszeniert, sind einerseits faszinierend und schön anzusehen, haben andererseits aber auch eine bedrohliche, surreale Wirkung. Darüber hinaus sind auch die Spezialeffekte und die Action-Szenen überaus ansehnlich geworden, genauso, wie die Unter-Wasser-Aufnahmen. Ohne, dass die Action-Szenen sonderlich blutig wären, sind sie durchaus spannend inszeniert und damit überzeugt der Film, der vielleicht einen etwas mitreißenderen Score benötigt hätte, durch seine grundsolide handwerkliche Machart, die für den Regie-Debütanten Bruce Hunt überraschend gut ist.
Die Charakterkonstruktion kommt leider nicht über die üblichen Genre-Klischees hinaus, das Verhältnis der beiden Brüder zueinander ist unglaubwürdig dargestellt und der dramaturgische Aufbau ist leider viel zu kalkulierbar und durchsichtig, um wirklich überraschen zu können. Die vorhersehbare Handlung fesselt aber dennoch, da Hunt mit der düsteren Kulisse bereits früh eine bedrohliche, angsterfüllte Atmosphäre kreieren kann, die zunehmend dichter wird. So unterhält "The Cave" durchgehend und hält zumindest für die letzte Szene noch eine kleine Überraschung parat.
Auch wenn die Story auf B-Movie-Niveau bleibt, zeigen nicht die gelungenen Effekte, dass es sich um keines handelt, sondern auch der Cast zeigt, dass das Budget nicht nutzlos verpulvert wurde. So macht sich Cole Hauser als sympathischer und verantwortungsvoller Leiter der Höhlenerkundung sehr gut, genauso, wie Eddie Cibrian, der seinen draufgängerischen Bruder spielt. Der restliche Cast weiß ebenfalls zu gefallen.
Fazit:
Auch wenn die Handlung an ihrer Vorhersehbarkeit krankt und der dramaturgische Aufbau dem eines B-Movies entspricht, baut "The Cave" mit seinem beachtlichen Cast, der düsteren, aber doch faszinierenden Kulisse, den gelungenen Action-Szenen und einer spürbar dichten Atmosphäre permanent Spannung auf und unterhält somit ganz gut. Überdurchschnittliche Genre-Kost.
67%