Ein ziemlich kurioses multikulturelles Kriegsdrama aus China ist das schon, das hier aufgrund der Laune irgendeines Verleihs mit deutlicher Verspätung in die deutschen Videotheken gespült wird: Eine russische Soldatin, ein knapp der Hinrichtung entkommener chinesischer Kriegsgefangener und eine junge japanische "Volkssturmsoldatin" bilden eine Zweckgemeinschaft auf der Flucht vor der japanischen Armee kurz vor Ende des 2. Weltkriegs in China.
Darf man einen Kriegsfilm aus einer fraglos ziemlich grausamen Epoche der jüngeren Geschichte als unfreiwillig komisch bezeichnen ? Während man in den Action- und Fantasy-Produktionen des asiatischen Kinos die chargierenden Schauspieler, die oft holprige Dramaturgie und andere Unzulänglichkeiten hinnimmt und sich in manchen Fällen sogar köstlich darüber amüsieren kann, ist der Effekt in einem doch wohl tief ernst gemeinten Drama wie hier extrem zwiespältig. Die offensichtliche Diskrepanz zwischen gut gemeint und gut gemacht erleichtert eine Bewertung dieses Streifens nicht gerade.
Da ist einerseits die (das unterstelle ich jetzt einfach mal) gute Absicht, ein persönliches Verständnisdrama zwischen einzelnen Personen als Vorbild für zwei (bzw. drei) Völker darzustellen, die auch heute noch (zumindest was Japaner und Chinesen angeht) aufgrund ihrer Vergangenheit ein deutlich gestörtes Verhältnis zueinander haben. Wenn die Figuren im Lauf des Films buchstäblich ihre Sprachlosigkeit überwinden, ist das sicher ein schönes, wenn auch ein wenig plattes Symbol. Doch die Aussage bleibt fragwürdig; der Film lässt wenig Gelegenheit aus, die (historisch sicher korrekten) Kriegsgreuel der Japaner heftig und mit reichlich simpel gezeichneten japanischen Bösewichtern ins Bild zu rücken, und das Ende wartet mit einem eher zweifelhaften "Versöhnungsappell" auf, nachdem man kurz davor noch ein Rachemassaker unserer Helden an den Japanern präsentierte.
Aber selbst wenn man dem Streifen mal wohlmeinend guten Willen unterstellt, auch filmisch sollte das halbwegs zusammenpassen, aber da tun sich viele und tiefe Abgründe auf. Hauptproblem ist die verschwurbelte, langatmige und damit weitgehend spannungsfreie Dramaturgie: Der Film wird in einer großen Rückblende erzählt, darin gibt es wiederum z.T. recht verwirrende weitere Rück- und Seitwärtsblenden, nervige Off-Kommentare (die mittendrin auch schon verraten, wie es ausgeht, jedenfalls bezüglich einer der Hauptfiguren), eine kurze Szene, die gar nicht passiert, und so einiges mehr, was Geduld und Verständnis des Zuschauers reichlich strapaziert.
Technisch ist das mindestens genauso zwiespältig wie inhaltlich: Der große Panzerangriff am Anfang mit zumindest einer größeren Anzahl echter russischer Tanks wirkt ganz imposant, aber die meisten Kampfszenen sind eher inkompetent inszeniert, der offenbar mit Revell-Modellen inszenierte Kamikazeangriff auf US-Schiffe (dramaturgisch absolut irrelevant) und die Feuersequenz in der Mitte des Film sogar richtig lächerlich. Und von den Schauspielern darf man ebenfalls nichts erwarten, was unserer europäischen Vorstellung von glaubhafter Darstellung entspricht, "Over-Acting" ist für das gebotene noch charmant ausgedrückt.
Fazit: Inhaltich fragwürdiges, technisch wie dramaturgisch gleichermaßen dürftiges Kriegsdrama. Wenn es denn ein Versöhnungsappell sein sollte, gibt es von mir einige Punkte für den guten Willen, aber ein guter Film zu einem solchen Thema sollte anders aussehen.