Tja, Filme die sich mit Subkulturen beschäftigen sind ja immer so eine Sache. Die einen polemisieren und zeigen nur die gängigsten Klischees auf, die anderen mögen zwar die reichhaltigen Facetten dieser Nischen aufzeigen, sind aber für den Otto-Normal-Konsumenten dadurch unverständlich und - interessant.
Oi!Warning bemüht sich eine Gratwanderung zwischen beidem zu versuchen. Die beiden (schwulen) Ex-Oi-Skins versuchen den Konflikt unter den Subkulturen zu verdeutlichen. Doch schon am Anfang wird der besonders schwerwiegende Fehler begangen dem unwissenden Zusachauer nicht zu verdeutlichen dass Oi-Skins nichts mit den Nazi-Glatzen aus den Nachrichten zu tun haben. Folglich muss die Analogie entstehen: Aha, dat sin´ also Skins, wa. Die haben wat jejen die Punka, wa. Nu, Skins böse, Punka jut,wa." Die Leuterung des jungen Hauptdarstellers durch seine homosexuelle Neigung zum hochstilisierten Punk der alle Freiheiten genießt und einfach lebt, im Gegensatz zu den tumben Bier-saufenden und sich prügelnden Oi´s wird dadurch nicht nur völlig missverstanden sondern sorgt auch für gefährliches Halbwissen in deutschen Wohnzimmern. So muss ich leider sagen, dass von dem Film nicht mehr übrig bleibt als die übliche Coming-out Story vermengt mit Vorurteilen gegenüber Subkulturen, vor denen die beiden Regisseure eigentlich gefeit sein müssten.
Logische und inszenatorische Schwächen sowie einige Filmfehler (die letzten Atemzüge des geläuterten Skins, scheinen auch nach dessen Tod nicht aufzuhören ;-) lasste ich dem geringen Budget an. Positiv sind hingegen die schauspielerischen Leistungen (fast alle stammen aus der Szene) sowie der Schnitt und der grandiose Soundtrack, der auch vor französischen Punk-Bands nicht halt macht. Dennoch hat Oi!Warning seine Intention verfehlt. Trotzdem schön, dass sich ein Filmteam mal getraut hat diese Szene unter die Lupe zu nehmen.
Oi! Oi! Skinheads! Wir halten zusammen
Oi! Oi! Punk! Politik macht uns krank