Es ist einfach nur schade, was die Regisseure aus der Idee gemacht haben, eine Film über wahre, nicht politisch orientierte Skins zu drehen. Die beiden Kritiken hier im OFDb-Forum zeugen meiner Ansicht nicht gerade von viel Wissen.
„Oi! Warning“ ist von vorn bis hinten unlogisch, unrealistisch und lächerlich.
Der schüchterne Janosch, von zu Hause und mütterlicher Fürsorge geflohen, lässt sich nach kurzem Aufenthalt bei seinem Kumpel Koma, Skinhead, seinen Schädel rasieren und ist ganz plötzlich –neu in der Szene- das konzentrierte Selbstbewusstsein mit kurzen Haaren. Kurz darauf lässt er sich natürlich gleich ein großes „Skinhead-Märtyrer“-Tattoo auf seine Brust stechen. Das ist mindestens genauso logisch und glaubhaft wie Koma lange Loden hat.
Von seiner neuen Freundin Blanca (wiederum die Freundin von Komas Weib Sandra) genervt, da sie ihn überreden will, auf irgend eine Party bei so einem „Schlipswichser“ mit ihr zu gehen, singt er „Wir sitzen in der Kneipe hier, rauchen Dope und trinken Bier“ von Smegma daher. Es ist eher unwahrscheinlich, dass Skins regelmäßig am Kiffen sind, weswegen ich das Lied eher unpassend für den Film finde. Dass Smegma sogar einen „Liveauftritt“ im Film hat, ist eine gute Sache, allerdings ist diese Szene zum Kotzen abgemischt. Bild und Ton sind nicht synchron, was die lieben Herrn Regisseure meiner Ansicht nach hätten merken müssen.
Was sie wahrscheinlich auch nicht gemerkt haben, ist, dass ihr Werk nicht mal ansatzweise ein „Kunstwerk“ ist. Dass sie dies aber anscheinend erreichen wollten, ist durch ein paar sinnlose Szenen zu bemerken: Die Anfangsszene, wo Koma mit seiner Freundin nackt im Wald ist und rumpost, sowie auch die Szene wo Janosch von so einem Kunden minutenlang voll gelabert wird und sich die Kamera x-mal im Kreise um die Darsteller dreht, dass man fast reihern möchte und auch die Szene mit dem Rastaman im Feld. Das sind Sinn- und zusammenhanglos reingemischte Szenen, nur um den Anschein eines Kunstwerks im Zuschauer zu wecken. Leider reichen dies und eine Schwarz-Weiß-Optik aber nicht aus, jedenfalls für mich nicht.
Jetzt zu den Dialogen: Sie kommen einem Helge-Schneider-Film gleich, nur dass Herr Schneider das gewollt macht, die Dialoge in diesem Film aber anscheinend wirklich ernst gemeint werden sollen.
Sie sind verdammt platt und haben oftmals überhaupt keinen Zusammenhang.
Da sagt einer was, da sagt der andere nichts oder fängt an, von was komplett anderem zu reden.
Jetzt zu der Figur Koma: Er soll wahrscheinlich so etwas wie „der Skinhead“ sein, klischeehafter geht’s kaum und glaubt mir: ich muss es wissen. Er wird wie ein Wahnsinniger dargestellt mit seinem riesigen Waffenarsenal und seiner Botschaft an Janosch „Die anderen, die wollen dich kaputtmachen, die wollen dich zerstören... AHHHHHHHHH!“. Und Leute die keine Ahnung davon haben, denken dann: So sind sie also, die Skins, stupid und nur auf Gewalt aus. Dann faselt ein Punk was von „Hoffentlich waren es Boneheads“, als es um einen zusammengeschlagenen Kumpel ging. Dass die meisten Zuschauer derartige Äußerungen und Szenebegriffe nicht verstehen, ist den Regisseuren wohl nicht in den Sinn gekommen.
Am Ende des Films werden die meisten Zuschauer der Meinung sein, Skins hassen Punks, was nun mal absolut nicht so ist. Dass Skins und Punks gut miteinander klarkommen und Spaß haben, ist nun mal Fakt und bei einem Konzert im Film sieht man außerdem einige Punks, was mich die Frage stellen lässt, was die Regisseure nun ausdrücken wollten: Skins und Punks können zusammen Spaß haben oder für Skins sind Punks nur Abschaum.
Der Film ist zusammengefasst nur eines: Ein Möchtegern-Kunstwerk und eine Klischee-Szenestudie mit schlechten Dialogen, unrealistischen Charakteren (hab ich schon Zottel erwähnt, der sich die ganze Zeit nur mit so einem Plüschvieh unterhält?) und dämlicher Handlung (Janosch entdeckt seine Homosexualität und es läuft auf eine schwules Schlammgewälze hinaus, dass man fast kotzen muss) sowie einigen filmischen Sachen, die ausgebessert hätten werden können (als Janosch mit seinem Moped die Straße entlangfährt, kann man als Zuschauer schon von weitem Koma auf der Straße erkennen... da Janosch aber anscheinend blind ist, sieht er ihn erst ne Sekunde vor einem möglichen Aufeinandertreffen, so dass er ausweichen muss und mit dem Moped auf die Fresse fliegt...).
Ich gebe dem Film dennoch eine Bewertung von 2/10 Punkten und zwar nur aus folgenden Gründen:
1. Die Thematik um Skins und Punks von „Oi! Warning“ ist nun mal so gut wie in keinem
anderen Film zu finden, somit hat er einen „Seltenheitsbonus“ von mir
2. Unterhalten kann der Film ansatzweise schon, da er als Komödie mit Slapstickeinlagen bei
einem bierigen Filmabend doch schon zu belustigen weiß
3. Geile Mucke (Nun ja bis auf Terrorgruppe „Oi! Warning – Stay away from the good guys“ –
gerade eine solche Band für einen solchen Film heranzuziehen, ist ein wenig bekloppt)
4. a) Das geile Skingirl Sandra... :-D
b) Der Fick zwischen Janosch und Blanca *lol*
ALSO: 2/10 Punkten