Auch der literarische Ursprung aller Robinsonaden, Robinson Crusoe selbst, basiert wahrscheinlich auf einer wahren Begebenheit, wonach ein Seemann für vier Jahre auf einer einsamen Insel festsaß. Aber auch vorliegender Abenteuerfilm fußt auf realen Vorgaben, nur mit der Chronologie nimmt man es nicht allzu genau.
1835: Eigentlich lebt das indigene Volk um Karana und ihren kleinen Bruder Ramo recht friedlich auf der kleinen Insel, doch als Pelzjäger aufkreuzen, wird ein Großteil des Stammes getötet, wenig später wird ihr Bruder Opfer wilder Hunde. Fortan ist Karana auf sich allein gestellt und muss einen Überlebenswillen entwickeln, um mit Tier und Natur im Einklang zurecht zu kommen…
Laut literarischer Vorlage und einigen Überlieferungen soll die betroffene Frau 18 Jahre allein auf der Insel verbracht haben. Hier wirkt es eher so, als wären es allenfalls ein bis zwei Jahre, da sich das Äußere der Protagonistin rein gar nicht verändert: Haare gleich bleibend lang, keine Alterung und noch nicht einmal verschlissene Kleidung.
Während es im ersten Drittel noch ein paar dramaturgische Spitzen gibt und logischerweise etwas mehr Leben auf der Insel herrscht, hat man es nachfolgend mehrheitlich mit einer One-Woman-Show zu tun. Immerhin spricht Karana ab und an mit den wenigen tierischen Gefährten, allerdings wird nichts von ihrer Gedankenwelt preisgegeben. Sich wohlwollend mit der Umgebung zu arrangieren, liefert einerseits positive Impulse, auf der anderen Seite mangelt es an sichtlichen Gefahren oder zumindest Risiken.
Wenn man sich den Fuß unterm Kanu einklemmt, buddelt man ihn halt wieder aus, genügend Nahrung sollte selbst für gestrandete Seehunde auszureichen und sogar eine Horde wilder Hunde scheint irgendwann kein Problem mehr zu sein. Einsamkeit und Isolation auch nicht, wonach die Situation zu fast keiner Zeit wie ein Überlebenskampf anmutet. Entsprechend dümpelt die Chose über weite Strecken in zwar angenehmer, aber eben halt nicht spannender Atmosphäre vor sich hin.
Hauptdarstellerin Celia Kaye meistert ihre Performance mit gebührendem Einsatz und aufgrund ihrer positiven Ausstrahlung baut man rasch eine Verbindung zu ihr auf. Als kurz auftauchender Antagonist erscheint im frühen Stadium ein George Kennedy, der erst Jahre später größere Rollen ergattern konnte und hier folgerichtig nicht viel ausrichten kann.
Die wenigen tierischen Protagonisten sind zwar effektiv in Szene gesetzt und doch kommen Zweifel auf, ob denn ein leidender Hund oder ein bissiger Hundekampf so ganz ohne Nebenwirkungen realisiert werden konnten.
Anbei dudelt ein kunterbunt arrangierter Score nahezu pausenlos, was angesichts der wenigen Worte und kaum erwähnenswerter Naturgeräusche nicht so sehr ins Gewicht fällt und letztlich beinahe wie ein Orchesterwerk mit Illustrationen anmutet.
Jene wirken zwar über weite Teile sympathisch, erzeugen aber wenig Spannung und es entsteht kaum ein Mitfiebern, da sich Momente prekärer Situationen arg in Grenzen halten.
Es bleibt ein harmloser Abenteuerfilm, dem es unterm Strich an Intensität mangelt.
5,5 von 10