the gore gore girls, The Gore Gore Girls, THE GORE GORE GIRLS!
Allein der Trailer ist für einen geselligen Abend mit weltoffenen Leuten ein Fest. Der Film selbst entspricht folglich auch den Erwartungen eines schönen Partykrachers, für den die Punkte hier für den Trashfaktor vergeben werden. Außerdem lässt die abschließende Einblendung der Aussage „Wir sind stolz darauf, Ihnen mitzuteilen, dass dieser Film zu Ende ist!“ keinen Zweifel offen, ob der Film ernst gemeint sein könnte.
Der Hauptcharakter ist ein upper-class Privatdetektiv im Stil von David Niven, der von seinem Spazierstock (am vergangenen Abend treffend als Pimpstick bezeichnet), dem eigentlichen Star des Films, begleitet wird. Sein Name ist Gentry, Abraham Gentry! Er hat Nerven wie Stahl und dementsprechend lassen ihn auch die abgeschlachteten Frauen (es geht schließlich um eine Serie von Morden an Stripperinnen) wie eigentlich alles was passiert völlig kalt.
Die Handlung ist nicht originell, aber das ist egal. Nancy Weston, eine Reporterin, engagiert Gentry, um eine Mordserie aufzudecken. Gemeinsam machen sich die beiden an die Nachforschungen in sehr schmierigen Stripschuppen, mit schmierigen Gästen und Stripperinnen, die man mit Augen der Siebziger betrachten sollte. Die Damen in dem Film haben auch gelegentlich die eine oder andere nicht aufgeschminkte Blessur, über die man lieber nicht nachdenken sollte.
Lewis bietet dem Zuschauer sehr harten Billigsplatter, der sicherlich komisch gemeint sein soll und so auch von den meisten, die sich das Machwerk ansehen werden verstanden werden dürfte. Man sollte jedoch darauf verzichten, ihn mit eher Unfreiwilligen bzw. mit Frauen zu sehen, die sich trotz der ins Lächerliche gezogenen Darstellungen angegriffen fühlen könnten. In einer Szene wird einem Opfer beispielsweise mit einem hölzernen Fleischklopfer der Hintern versohlt bis man nicht mehr von einer etwas groben Art des Spanking, sondern schon von Splatter sprechen kann. Goreszenen sind absolut übertrieben und sollen gar nicht echt wirken. Sie dienen teilweise einfach nur dazu, Moralwächtern, die in dem Film von einer Gruppe satirisch dargestellter Aktivistinnen vertreten werden, ein wenig vor den Kopf zu stoßen. Wir haben zusammengerechnet Schmuddelsex, eine Frauenmordserie und eine klare Auffassung des Machers zur Frauenbewegung. Wie man das Ergebnis letztendlich bezeichnet sei jedem selbst überlassen.
Dem Film haftet neben der Billigsplatteratmosphäre noch ein eigenartiger 70er Billigcharm an. Da gibt es zum Beispiel ein Hemd, das mit einem Sofa eine optischer Symbiose eigeht.
Das Vergnügen wird durch eine Anzahl bester Nebenrollen abgerundet. Vor allem die Pressefotografen sind der Wahnsinn. Sie treten an den Tatorten in ganzen Herden auf und fotografieren wirklich alles: Tapeten, Stehlampen und eventuell auch mal die Leichen. Der Polizeiinspektor ist ein absoluter Trottel, was Gentry dem Zuschauer in seiner ihm eigenen Art sanft vermittelt. Außerdem gibt es noch einen Schädelzerschmetterer mit Kriegstrauma, der immer wieder eingeblendet wird, wie er einer Melone oder anderem Obst ein Gesicht malt und dann zerquetscht. Schließlich sind auch die Feministinnen ein klarer Gewinn für den Film, die sich vor allem gegen die Stripperinnen wenden und nicht gegen die, die aus dem Sex Profit schlagen wollen. „The Gore Gore Girls“ kann eigentlich nur als Splatterkomödie betrachtet werden, wer das nicht erkennt hat meiner Meinung nach eindeutige Probleme.
Ganz klare Partytauglichkeit für einen Kreis, dessen Reaktionen man vor der Vorführung bedenken sollte. In diesem Sinne die Punktvergabe.