Wenn ein Film mit den Worten "Wir sind stolz darauf, Ihnen mitzuteilen, dass dieser Film zu Ende ist", endet, dann kann man eigentlich das vorhergegangene kaum mehr Ernst besprechen. "Gore-Gore Girls" ist ein 1970ies Underground-Klassiker, gedreht von dem berühmt-berüchtigten Hershell Gordon Lewis. Und dass das Trash in Reinkultur ist, mag man sich denken.
Die Hauptrolle spielt der unbekannte Frank Kress. Er spielt den gepflegten, gebildeten Privatdetektiven Abraham Gentry da. Gentry fuchtelt ständig mit seinem Spazierstock, und behält selbst beim Anblick von den übelst zugerichteten Leichen noch seine Fassung und seinen (offensichtlich britischen Humor) - ganz so, als ob David Niven die Rolle hätte spielen sollen. Gentry wird von der attraktiven Reporterin Nancy Weston (Amy Farrell) umgarnt, doch den Fall eines mysteriösen Stripperinnen-Mörders zu lösen. Da ihn das Geld lockt, nimmt Gentry an. Von nun an geht es auf eine wilde Tour! Lewis macht aus seinem sleezigen Low-Budget-Film eine kuriose Mischung aus ironischen Dialogen, extremer Gewalt, und vielen Striptease-Einlagen.
Allein schon die ersten Szenen, in denen wir Augenzeugen von der wohl schrecklichsten, geschmacklosesten Couch in der gesamten Filmgeschichte werden, entschädigen den Käufer dieses Filmes. Ganz zu Schweigen von den üblen Klamotten, die dieser Abe Gentry trägt... und so witzelt sich der Film durch seine geradlinige Story. Dann tritt plötzlich Komiker-Legende Henny Youngman als Besitzer aller Stripclubs der Stadt auf, und die Laune des Zuschauers ist ganz oben.
"Gore Gore Girls" ist dann ein überaus unterhaltsamer, weil vollkommen alberner Sonntag-nachmittags-Krimi, der immer wieder mit heftigsten, üblen, und nicht wirklich leicht zu verdauenden Gewaltszenerien unterbrochen wird. Doch kaum ist das inflationär eingesetzte Kunstblut aus dem Kamerawinkel, beginnt wieder die herrlich schrullige Jazz-Mucke im Hintergrund den Zuschauer auf's beste zu unterhalten. Lewis hat es einfach geschafft, nette Charaktere und einen Haufen unrealistischer, aber urkomischer Nebenfiguren zu erschaffen, und sie auch noch recht launig in Szene gesetzt.
"Gore-Gore Girls" sei für jeden Trashfan mit starkem Magen ein Tipp. Auch diejenigen, die verruchte Stripbars und sämtliche Modesünden der 70er Jahre sehen wollen, sind mit diesem Lewis-Film bestens bedient. Wer ernsthafte Filmkunst erwartet, stolpert vermutlich eh nicht über dieses Kleinod des Gore-Trashs.