Herschell Gordon Lewis, der "Erfinder" des Gore-Films, setzte mit diesem Werk seiner Karriere als Regisseur bluttriefender low budget Filme die ultrablutige Krone auf. THE GORE GORE GIRLS ist eine amateurhafte "Skin-and-Blood-Show", in der es um einige grauenhafte Morde an Go-Go-Girls geht, die von einem Schmalspur-Playboy und Hobbydetektiv schließlich aufgeklärt werden. Da Lewis aber keine wirkliche Geschichte zu erzählen hat, besteht der Film im Grunde nur aus absolut unappetitlichen und extrem billigen Gore-Effekten, die sich abwechseln mit öden, in die Länge gezogenen Auftritten diverser Stripteasetänzerinnen in einer schäbigen Bar. Außerdem stolpern noch ein paar unfähige Polizisten durch die Szenen. So ist der Film eine ziemlich unausgewogene Mixtur aus Splattereffekten der kruden Art und gleichermaßen kruder Komik mit Slapstick-Elementen, wobei die Effekte in ihrer völlig überzogenen Darstellung an schockierender Wirkung verlieren und die intendierte Komik zumeist nur albern wirkt. Die Splatter-Szenen sind zum Teil mit knalliger Marschmusik unterlegt, womit Lewis die Absurdität dieser Bilder noch unterstreicht. Dennoch erfordern die Splatter-Effekte, wenn z.B. ein Gesicht mit bloßen Händen zermatscht und Augen zerquetscht werden, nicht nur einen stabilen Magen, sondern auch den Willen, diese Szenen als weit von der Realität entfernte, dem "Grand Guignol" zuzurechnende Schock-Bilder des Trivialkinos zu verstehen. Von zweifelhaftem "Geschmack" und Humor(?) zeugt dabei vor allem die berüchtigte Szene, in der der Killer einer Frau mit einer Schere die Brustwarzen abschneidet, wobei aus der einen Brust ein Strahl Milch schießt und aus der anderen Kakao! Die intendierte visuelle und verbale Komik des Films scheitert zum einen daran, dass die Gags einfach nur dumm und kindisch sind und zum anderen an den absolut unfähigen und in fast jeder Szene total überforderten Darstellern. Vor allem Hauptdarsteller Frank Kress in der Rolle des supercoolen Playboys ist kaum zu ertragen. Sein ständiges herum Gefuchtel mit dem, als Charakterisierungshilfe gedachten Spazierstock, verrät sogleich, wie wenig er diese Rolle auszufüllen vermag. So war und blieb THE GORE GORE GIRLS nicht nur für Frank Kress, sondern auch für die meisten anderen Darsteller des Films der erste und zugleich letzte Ausflug vor eine Filmkamera.
THE GORE GORE GIRLS ist ein Film, mit dem Herschell Gordon Lewis versuchte, sich selbst und das von ihm initiierte Sub-Genre auf die Schippe zu nehmen und zugleich auf die Spitze zu treiben, was aber u.a. am mageren Budget und der wenig durchdachten Konzeption des Films scheitert. Die heftigen, bewusst übertriebenen Effekte sind sicher nicht jedermanns Sache, die Stripszenen sind langweilig und der Rest der "Handlung" höchstens unfreiwillig Komisch. Wahrscheinlich ging es Lewis sowieso nur darum, möglichst viel Blut und nackte Haut in den Film zu packen, um sich so noch einmal selbst zu übertreffen und seinem Namen als "King of Exploitation" alle Ehre zu machen.