Review
von Leimbacher-Mario
Gematsche & Gegrabsche
Zwar sind Werke wie „Blood Feast“ oder „Two Thousand Maniacs“ bekannter und bedeutender, ist dennoch vielleicht dieses Serienkillergorefest Herrschell Gordon Lewis' schillerndste Stunde - hier folgen wir einem schillernden Privatdetektiv zwischen Pimp und „Monk“ auf der Spur eines bestialischen Mörders, der seine (natürlich vornehmlich weiblichen) Opfer nach allen Regeln der Splatterkunst zerlegt, zerquetscht und zermatscht…
Erstens: saftige, splattrige, wirklich gut gemachte, übertriebene und doch schockierend blutige Kills. Mit herausspringenden Augäpfeln und zerhackstückelten Damen.Zweitens: strippende, authentisch wirkende Mädels in ranzigen Läden mit etlichen männlichen Gaffern und Beklatschern. Fast wie im Bahnhofs- oder Autokino damals. Meta?Drittens: den womöglich charismatischsten und lustigsten Privatermittler in der Geschichte des Gorefilms.Diese drei fetten Punkte versammelt „The Gore Gore Girls“ auf der Habenseite. Mit Sabbern, Augenzwinkern und Staunen. Gerade für diese Zeit aus der er kommt. Und das reicht um ihn zu einem Klassiker des blutdurchtränkten Films zu machen. Einem Vorreiter und Geheimtipp. Auch noch fast ein Jahrzehnt nach „Blood Feast“. Da verzeiht man den billigen, dreckigen Look oder die kaum vorhandenen Drehungen, Wendungen, Überraschungen im Script. Seine einfache Art macht ihn sogar noch sympathischer und eingängiger. Ich bin erstaunt, wie sehr ich ihn mag. Fein fein!
Fazit: vielleicht der Höhepunkt von Lewis' legendärem Schaffen - saftig, siffig, sexy, sleazy, simpel und (in seiner speziellen Art) schön!