Ein unbekannter Killer, der es auf Striptease-Tänzerinnen abgesehen hat und diese grausam zurichtet, macht Chicago unsicher. Die Polizei ist allem Anschein nach machtlos, denn der Täter hinterlässt keine brauchbaren Spuren. Die Reporterin Nancy Weston wittert eine heiße Story und engagiert den Privat-Detektiv Abraham Gentry, damit dieser den Irren entlarvt und ihr somit einen großen Aufmacher liefert. Da der Mörder seine Opfer vornehmlich unter den Angestellten eines bestimmten Nachtclubs zu suchen scheint, legen sich Abraham und Nancy eben dort auf die Lauer. Bald schon herrscht an Verdächtigen kein Mangel... Mit "The Gore Gore Girls" setzt Herschell Gordon Lewis seiner acht Jahre zuvor mit "Blood Feast" begonnenen Reihe von überharten Horrorfilmen quasi die Krone auf und präsentiert dem Zuschauer einen mit allerlei freiwilligem und unfreiwilligem Humor versetzten Splatter-Streifen, der heutzutage aber tatsächlich als unverfängliches Trash-Vergnügen durchgeht. Striptease- und reine Comedy-Sequenzen wechseln sich dabei ungeniert mit minutenlangen, ultrakrassen Mord-Szenen ab, in denen mal wieder geschlachtet und verstümmelt wird, dass es einem direkt flau im Magen werden könnte... wenn die Effekte da nicht bereits im Ansatz durchschaubar und die Masken nicht so ultra-billig wären: Da werden Köpfe zermanscht, Augen mit Barbecue-Gabeln ausgestochen und auch mal ein Hinterteil mit einem Fleisch-Klopfer bearbeitet, bis es nur noch blutige Pampe ist. Die Qualität der F/X-Arbeit ist - ebenso wie die Handlung an sich, übrigens - da nur noch mit dem Wörtchen "debil" zu umschreiben. Trotzdem verfehlt das Ganze seine beabsichtigte Wirkung nicht, denn aufgrund des Lewis-typischen, gerade mal eben so noch akzeptablen technischen Standards und den blamabel chargierenden Darstellern (wobei man Frank Kress den distinguierten, britischen Gentleman-Detektiv aber durchaus zu jeder Zeit abnimmt!) wird "The Gore Gore Girls" ob des permanent durchscheinenden Humors seines Machers - der sich sicherlich wieder mal bewusst gewesen ist, dass er hier keine große Kunst fabriziert - allen Widerständen zum Trotz irgendwie doch zum gelungenen Genre-Entertainment, das man aber keinesfalls allzu ernst nehmen sollte! So ergibt sich da im Endeffekt derselbe, recht eigentümliche Eindruck, der Herschell Gordon Lewis' Schaffenswerk generell auszeichnet und der einen "The Gore Gore Girls" ebenso irgendwo zwischen den beiden Kategorien "Sondermüll" und "subversiver Klassiker" einordnen lässt. Der Dreh in Richtung Parodie gelingt immer dann, wenn die eigentliche, unwahrscheinlich simple Geschichte in ihrer plakativen Banalität in den Vordergrund gerückt wird und man sich schamlos in dem luschigen Whodunit? suhlt... in jenen Momenten hat die Angelegenheit was von einem schlechten Sonntagnachmittags-Krimi, der von einer untalentierten Laienspiel-Truppe aufgeführt wird. Die eingebrachten Slapstick-Elemente (wenn beispielsweise Frauenrechtlerinnen ein Nachtlokal stürmen und mit ihren Schildern alles kurz und klein hauen) runden den Streifen dann sogar so richtig passend ab. Fazit: Nicht mehr so revolutionär wie "Blood Feast", aber in seiner naiven Mentalität immer noch hochunterhaltsam und damit ergo Gewalt-Pornografie der besten und lustigsten Sorte.
7/10