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Zuviele Köche verderben gerne den Brei, so waren vier Autoren am Screenplay zu "Voodoo Blood" beteiligt, darunter sogar James A Russo (Night of the Living Dead, The Return of the Living Dead). Doch man schafft es in keinster Weise, dem Voodoo-Kult irgendwelche Nuancen zu verleihen. Da empfehle ich eher "Angel Heart" oder "Das Ritual". Also kein Wunder, dass "Voodoo Blood" von Eintagsfliege Steven Fierberg, trotz Tony Todd (Candymans Fluch, The Crow) und Gina Gershon (Red Heat, No Turning Back) in der Versenkung verschwand.

Die Semesterferien stehen an und die beiden Studenten Kevin (Kirk Baily) und Miles (Billy Williams) wollen einen Kumpel in South Carolina besuchen. Doch sie verfahren sich in den zahlreichen Nebenstrassen, unterwegs gabeln sie die Schönheit Tina (Gina Gershon) auf. Leider bleibt kurz darauf ihr Wagen liegen, bei einem abgelegenen Haus hofft man auf Hilfe, doch die Leute sind sehr aggressiv, Kevin wird dabei sogar gebissen. Da sich sein Gesundheitszustand rapide verschlechtert, suchen Miles und Tina die Heilerin Madama Daslay (Theresa Merritt) auf. Sie kann Kevin zwar helfen, doch nun gilt es den bösartigen Voodoo-Priester Makouté (Tony Todd) aufzuhalten, denn der sammelt die Körperteile seiner Opfer und macht daraus willenlose Zombies.

Ein wirklich sehr trashige Art, die ein wenig an "Re-Animator" erinnert, dem Zuschauer den mysteriösen Voodoo-Kult näher zu bringen. Es wird ja behauptet, dass man mit Hilfe des Voodoo sogar Tote wiederbeleben könnte, doch Friedberg geht hier noch eine ganze Ecke weiter. So ist der Grund für Makoutés zahlreiche Morde schnell gegeben, mit einer großen Machete rückt er seinen Opfern zu Leibe. Zwar darf es in den ersten zehn Minuten gleich zwei Morde geben, doch Fierberg verzettelt sich danach in ettlichen unnötigen Dialogen. Die zwei Studenten Kevin und Miles verfranzen sich auf der Suche ihres Freundes, der Zuschauer weiss, dass der von Makouté bereits ermordet wurde. Bald trifft man auf Tina, dann bleibt die Karre liegen und man muss eine Nacht im Auto verbringen. Damit der Zuschauer nicht ganz das Interesse verliert, darf sich Makouté zwischendurch ein neues Opfer suchen. Leider mangelt es dem Geschehen an Spannung, sowie einer gekonnten Vorbereitung der Morde. Dabei wäre die richtige Kulisse gegeben, abgelegen von jeglicher Zivilisation, spielt "Voodoo Blood" fast ausschließlich in den Wäldern um das Camp einiger Erntearbeiter herum, zu denen auch Tina gehört.

Auf jeden Fall wird Kevin noch von Makoutés zombieähnlichen Kreaturen gebissen, die Wunde entzündet sich rasend schnell und mit Heilerin Daslay geht man endlich gegen Makouté vor. Erst im letzten Drittel darf der Film ein wenig Fahrt aufnehmen, der Voodoo spielt dabei eine untergeordnete Rolle, denn man kämpft mit normalen Waffen gegen den bösen Priester. So muss man sich im Finale noch mit ein paar Zombies prügeln und auch Makoutés zusammengebastelte Leiche darf noch auferstehen. Vereinzelt verirren sich auch ein paar Brutalitäten, wie Aufspießen mit der Machete, ein Genickbruch oder das Abhacken von Körperteilen. Das Ganze ist jedoch nie drastisch in Szene gesetzt, aber dennoch ordentlich gemacht. So unterhält Fierbergs einziges Werk gegen Ende recht gut, wenn auch auf der trashigen Schiene. Die Darsteller sind höchstens durchschnittlich, der gruselig ausschauende Tony Todd hat leider zu wenig Screentime. Gena Gershon ist optisch zum anbeißen, während Mimik und Gestik etwas zu wünschen übrig lassen.

Der sehr trashigen Story fehlt das nötige Tempo, erst im letzten Drittel kommt der Zuschauer auf seine Kosten. Ansonsten ist "Voodoo Blood" ausser ein paar Morden völlig belanglos, die Darsteller reißen sich kein Bein aus, Fierberg nutzt seine Kulisse nicht optimal und den Score hat man schnell wieder vergessen.

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