Review

Einer der ersten Versuche europäischer Exorzistenklauerei kommt 1974 von Oliver Hellman, richtiger Name: Ovidio G. Assonitis, der drei Jahre später mit Polyp - Das Monster mit den Todesarmen Weltstars - das Wort habe ich persönlich übrigens nie verstanden, vor allem wenn im Deutschen Drecksfernsehen meiner dunklen Jugend dann unter eben dieser Ankündigung doch nur die Roger Whitakers, Engelbert Humperdincks, Nana Mouskouris und Richard Chambergays dieser Erde die Samstagabend Show - Treppen heruntergeschissen kamen - um mit etwas ausgedehnteren Cameo-Auftritten ihr Schnaps-, und Morphiumgeld verdienen ließ - die es in den USA damals schon etwas schwerer hatten (John Huston !/Henry Fonda !!/ Shelly Winters !!!) .
Sein Vom Satan Gezeugt (Chi Sei?) ist ein zu Unrecht vergessener Klassiker des pastaländischen Sauplagiat-Kinos.
Die Musik zu der Autofahrt mit den Kindern unter den Anfangscredits – halb Afrodisco vom Schlage Osibisas halb Pornofunk, diesmal, glaube ich sogar, nicht von den De Angelis Brüdern also known as Oliver Onions - kreiert ab der ersten Minute die leicht sleazige "Black Emanuelle– meets-the Brady Bunch-in-Miami-Atmosphäre, die den Film eindeutig seinem Entstehungsland zuweist. Ja, einmal mehr ein Film, nach dessen Genuss man doch prompt Duschen gehen möchte.
Jessica, die Frau eines Musikproduzenten (jener gesprochen von Thomas Danneberg, der deutschen Stimme von Präsident Schwarzenegger, Sylvester Stallone, Nick Nolte und in etwa vier Dutzend weiterer Stars), wird - man hat, nicht nur beim Exorzisten direkt, sondern auch kurz vorher bei Polanskis Charles Manson - Inspirationsfilm Rosemary’s Baby mitgeschrieben - eines fiebrigen Moments vom Deibel schwanger und bringt nach einer Linda Blair Einmaleins-Vorstellung ihren homemade Satansbraten zur Welt.
Wie bei jeder guten Italo-Schote wird auch hier das fehlende Budget gelungen mit überzogenem Gehalt an verbalen und graphischen Entgleisungen auszugleichen versucht. Und auch die Nuance der angsterfüllten Frauenunverständnis des Regisseurs, die sich als unappetitlicher Faden durch den gesamten Film zieht ist nicht zu verleugnen.
Die fluchenden Bälger, von denen der Knabe, ein potentieller Kunststudentensaubock mit RAF -Frisur von Anfang bis zum Ende des Films nur Andy Warhol’sche Campbell’s Büchsensuppen frisst, sind auch vorm im Schweiss ersaufenden Auftritt des leibhaftigen Schmieranten schon ziemliche Verrecker...

Details
Ähnliche Filme