Review
von Leimbacher-Mario
Der Flexorzist
Warum einen Horrorklassiker abziehen und kopieren, wenn man gleich zwei nehmen kann?! Das haben sich wohl die Macher von „Chi Sei?“ gedacht, der „The Exorcist“ und „Rosemaries Baby“ mixt, durch den italienischen B-Movie-Fleischwolf dreht und mit ein wenig surrealistischer Sauce übergießt. Fertig ist eine mal zähe, mal hübsche, mal lahme, mal effektive Kopie großer Klassiker in seicht und sinnlos. Die Geschichte einer schwangeren Frau, deren ungeborenes Baby vom Teufel höchstpersönlich stammen könnte und die dadurch eine Art dämonische Besessenheit erlebt, die ihr wortwörtlich den Kopf verdreht und die sie echt zum Kotzen findet...
Es gibt schlechtere Kopien. Noch dreistere auch. Und einige Effekte haben durchaus Brillanz und die sich durchziehende Aura des Bösen und Seltsamen ist nicht zu leugnen. Doch ein guter Film ist das deswegen noch lange nicht. Selbst wenn man vom (freundlich gesagt) „Abpausen“ einmal absieht und die aussichtslosen Vergleiche mit den zwei Klassikern umgeht. „Chi Sei?“ hat überraschend Stil, die rotzbescheuerte deutsche Synchro verleiht dem Ganzen seine ganz eigene witzige Debilität, die Darsteller sind allesamt nicht unterste Schublade - und dennoch kam mir das alles zäh wie eine Schuhsohle vor. Spannung oder eine Verbindung zu den Figuren blieben mir fern, die paar Ekelszenen sind schnell vergessen und die Story wirkt äußerst knapp und dilettantisch zusammengebastelt, Szenen werden unnötig gestreckt und man kommt selten zum Punkt. Selbst die paar Regie- und Schnitteinfälle wirken eher zufällig und notgedrungen, eher gewollt denn gekonnt. Bevor man fragen kann, wer da ist, hat man diese Spucksuppe schon vergessen. Nicht uninteressant für Fans der Vorbilder (und wer ist das nicht?), doch für sich stehend nichtmal Mittelklasse. Unnötig wirr, super austauschbar, komplett uneigenständig. Ein schäbiger Cashgrab? Das vielleicht nicht nur. Aber es geht zügig in die Richtung.
Fazit: kein wenig mehr als ein bloßer „Exorzist“-Abklatsch?! Mh, schwer. Aber das natürlich hauptsächlich. „The Devil Within Her“ aka „Chi sei?“ ist eine Italo-Blaupause für eine wahre Klausause. Wer ist da? Ganz sicher niemand Originelles... Insgesamt irgendwie aber doch zumindest in kleinen Teilen launig und in weiten Teilen frech. Nicht gut. Aber er tut nicht weh.